iFixit: Vernichtendes Urteil für Microsoft Surface Pro

Datum: Autor: Beni Kategorie: TabletsTAGS:  , ,

iFixit kommt erneut in die Schlagzeilen. Bereits ein Apple Rechner hatte bei dem Technik-Blog einen Negativrekord aufgestellt, wenn es um das Zerlegen und Reparieren desselbigen ging. Doch nach Apple war nun das Surface Tablet von Microsoft an der Reihe. Und hat dabei ähnlich schlecht abgeschnitten wie das Macbook Pro mit Retina-Bildschirm von Apple. Auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 10 die beste Bewertung ist, erhielt das Tablet von Microsoft eine vernichtende 1.

Microsoft-Surface-Pro

Die schlechteste Bewertung neben dem Retina Macbook Pro: Microsoft Surface RT und Pro

iFixit macht immer wieder von sich reden und ist mit Sicherheit einer der interessantesten Technik-Blogs überhaupt. Die Betreiber zerlegen nämlich sämtliche Geräte und bewerten dabei die Möglichkeiten, wie gut sich ein Gerät im “Do it yourself”-Verfahren reparieren lässt. Bisher am schlechtesten abgeschnitten hatte dabei das Apple Retina Macbook Pro, weil der Bildschirm dermaßen verklebt ist, dass es nahezu unmöglich war, den Bildschirm zu entfernen, um an die darunterliegende Technik zu gelangen. Dafür gab es natürlich die schlechteste Bewertung “1″. Diesen “Spitzenplatz” kann sich das Apple Macbook nun mit dem Microsoft Tablet-PC Surface RT und Surface Pro teilen.

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Circa eine Stunde, nur um einen Weg in den Tablet-PC zu finden

Gleich zu Beginn gab es ein großes Problem. So teilte iFixit mit, man habe nahezu eine Stunde benötigt, um das Tablet überhaupt unbeschadet öffnen zu können. Dabei kommen auch sofort Parallelen zum Apple Macbook in den Sinn. Denn dieser enorme Zeitaufwand war notwendig, weil hier ebenfalls der Weg über das angeklebte Display ins Innere des Tablets führte und dieser ebenfalls dermaßen heftig verklebt war, dass es nur mühsam weiter ging. Damit aber nicht genug – auch der Akku war ähnlich schwierig wie beim Macbook zu entfernen: erst muss das Mainboard ausgebaut werden, um sofort die nächste Überraschung zu erleben. Der Akku ist ebenfalls in das Gerät geklebt.

90 Schrauben und trotzdem ist auch der Akku verklebt

Umso weniger verständlich ist das für das iFixit Team, da Microsoft die Solid State Disk, einen Speicher, als von außen zugänglich und auswechselbar bewirbt. Und es ging noch weiter. Wie immer fasst iFixit sämtliche Einzelteile eines zerlegten Geräts zusammen. So kam iFixit auf sage und schreibe 90 Schrauben, die sich in dem Tablet verstecken. Zwar sind Schrauben immer gut, da sie Teile leichter demontieren lassen, doch scheint man bei dem Software-Riesen wohl besonders viel Angst gehabt haben, dass sich etwas lösen könnte. Kein anderes Tablet hat vergleichbar viele Schrauben in seinem Inneren. An Hardware führt der Blog die folgenden Komponenten auf: als Herzstück ein Intel Core i5-3317U Prozessor mit dem Intel Mobile HM77 Express Chipsatz, der Touchscreen Controller ist von Atmel, der Chip für die kabellose Übertragung von Marvel und von Micron stammt der RAM-Speicher mit 4 GB.

Viele Hardware-Komponenten und ein guter Schuss Teer

Aber iFixit beweist auch Humor: so wurde der Kleber ebenfalls einem Spezifikationsversuch unterzogen: anhand der Menge, Farbe, Zähigkeit und Konsistenz könnte es sich durchaus um Teer handeln. Das Verkleben von Akkus ist nicht unbekannt, viele Hersteller verfahren inzwischen so – man nehme nur das iPhone als Beispiel. Doch ob das wirklich immer eine gute Wahl ist? Viele Konsumenten verzichten sicherlich auf ein Tablet oder ein Smartphone, wenn der Akku nicht zu tauschen ist. Dass jemand zwei Geräte kauft, nur um Weiterarbeiten oder Weitertelefonieren zu können, wenn ein Akku leer ist, ist eher zweifelhaft.

Hier geht es zum Artikel von iFixit.

Kommentare (1)

  • Also nachdem bisher das Reparieren und Austauschen von Teilen für die engagierten Benutzer durch spezielle Schrauben und diverse schwer zu erkennde Verklebungen schon fast unmöglich gemacht wurde, wird nun als nächste Stufe das Reparieren auch für Fachwerkstätten enorm erschwert. Ich glaube, dass der Trend dahin geht, dass einen Reperatur so aufwendig und damit teuer wird, dass sie gar nicht mehr sinnvoll ist.
    Anscheinend will man generell bei Problemen nur mehr neue Teile loswerden. Das außerdem immer mehr Geräte es gar nicht mehr erlauben den Akku auszutauschen finde ich auch grenzwertig.
    Zwar kann ich selber feststellen, dass Akkus anscheinend länger halten und man normalerweise ein Gerät nicht nach 2 Jahren wegwefen muss nur weil der Akku aufgibt, aber so richtig glücklich bin ich über fest verklebte und unerreichbare (bzw. nur durch teure Werkstätten austauschbare) Akkus nicht. Und die Argumentation, dass dadurch ein Smartphone, Tablet oder Notebook bei gleicher Stabilität um ein paar Zehntel Millimeter dünner gestaltet werden kann ist zwar richtig – aber in der Praxis würde ich einen Millimeter mehr auch nicht spüren. Ich glaub, da gehts dann eher um vergleichende Werbeaussagen (das dünnste….). Mir wäre ein das “reperaturfreundlichste…” eigentlich lieber.

    Antworten

    Bernd

    |

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