Ruf nach Kill Switch wird lauter

Datum: Autor: Julian Kategorie: SmartphonesTAGS:  , , ,

In den USA formiert sich ein Begehren immer stärker werdend, das immer wieder einmal in die Schlagzeilen gerät. Es geht dabei um die zusätzliche Funktion einer Kill Switch Applikation, die ein Smartphone aus der Ferne unbrauchbar machen soll. Interessant ist daran vor allem, wer sich gegen die Option eines Kill Switch stellt. Außerdem geht es inzwischen nicht mehr um freiwillige Features, sondern klare Gesetzesentwürfe.

Auch 2014 kein Kill Switch in Sicht

Das Thema kommt immer öfter in die Schlagzeilen. Vor rund einem Jahr war es der New Yorker Staatsanwalt Eric Schneiderman, der Maßnahmen forderte, Smartphones nach einem Diebstahl angemessen unbrauchbar zu machen. Damals hieß es, der koreanische Hersteller Samsung habe die Aussagen von Schneiderman aufgegriffen und wolle in Abstimmung mit der Generalbundesanwaltschaft von New York bereits im Juni 2014 eine Kill Switch in seinen Smartphones präsentieren. Doch dieses Jahr bei der Vorstellung vieler Flaggschiffe großer IT-Konzerne war davon nichts zu sehen – einschließlich beim neuen Samsung Galaxy S5, welches ja mit seinem Verkaufsstart ziemlich in die anvisierte Zeit um Juni 2014 fällt.

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Widerstand gegen Kill Switch

Vielmehr stellt sich stattdessen heraus, dass es einige Lobbys in den USA gibt, die eine solche Regelung nur ungerne sehen. Zum einen ist das die Versicherungswirtschaft, die viel Geld mit Diebstahl-Policen für Smartphones verdient. Aber auch die Smartphone-Hersteller haben anscheinend kein großes Interesse, frei nach dem Motto, jedes verkaufte Smartphone ist ein verkauftes Smartphone mehr. Denn schließlich werden sich bestohlene Smartphone-Nutzer ja wieder ein neues Gerät zulegen. Selbst die Service-Provider stemmen sich derzeit gegen entsprechende Ideen.

2,5 Milliarden Dollar Schaden nur in den USA

Immerhin würden Smartphone-Besitzer aktuell mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar jährlich einsparen, wenn entsprechende Vorkehrungen wie ein Kill Switch getroffen werden würden. Das sind die Kosten, die sich für Versicherungen und neu angeschaffte Smartphones ergeben. Die Tendenz ist dabei von Jahr zu Jahr steigend. Wäre eine Kill Switch in die Smartphones integriert, wären die Telefone für viele Diebe völlig uninteressant, schließlich hätten sie nach der Fernaktivierung des Kill Switch nur noch ein Stück unverkäufliches, weil nicht funktionierendes High-Tech-Müll in Händen.

Smartphone-Besitzer mehrheitlich für Kill Switch

Weil weder die Hersteller noch die verschiedenen Lobbys etwas zu tun scheinen, haben inzwischen mehrere amerikanische Senatoren gehandelt. Zunächst wurden in Kalifornien Gesetzesentwürfe erarbeitet, inzwischen haben die Senatoren das Vorhaben auch nach Washington gebracht. Dort liegen dem Repräsentantenhaus und dem Senat entsprechende Gesetzentwürfe zur Abstimmung vor. Den Besitzern von Smartphones käme das entgegen. In einer kürzlich gestarteten Umfrage sprach sich die Mehrheit der befragten Smartphone-Besitzer für eine Kill Switch aus.

Bisherigen Lösungen mangelt es an Effizienz

Grundsätzlich bieten einige Smartphones diese Möglichkeit bereits. Allerdings muss dann erst eine zusätzliche App installiert werden (Android). Wird die jedoch entfernt oder schafft es der Smartphone-Dieb, das Gerät zurückzusetzen, ist diese Sperre wirkungslos. Etwas effektiver, wenn auch umständlich ist die aktuelle Lösung von Apple. Demnach muss die Apple-ID nach der eingegangenen Diebstahlmeldung erstmalig an Apple übermittelt werden. Das wäre aber in den meisten Fällen ein wohl ahnungsloser Käufer des gestohlenen iPhones und der wahre Dieb dann längst mit seinem Verkaufserlös über alle Berge. Es bleibt also zu hoffen, dass es die Gesetzesvorlagen in den USA schaffen.

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