Neuigkeiten zum modulen Google Smartphone-Projekt Ara

Datum: Autor: Julian Kategorie: SmartphonesTAGS:  , ,

Der Holländer Dave Hakkens war es, der den Stein mit Phonebloks ins Rollen brachte. Die damalige Google-Tochter Motorola arbeitete an einem ähnlichen Projekt. Es begann ein kommunikativer Austausch über modulare Smartphones, also Geräte, bei denen einzelne Komponenten ausgewechselt werden können. Im Juli 2014 ist das auch nach dem Verkauf von Motorola bei Google verbliebene Projekt, das nun den Namen “Ara” trägt, in die zweite Entwicklungsstufe gegangen. Dazu hat die Projektleitung nun überraschende Informationen bezüglich der Prozessor-Entwicklung vorgestellt.

Die Idee hinter dem Modul-Smartphone

Es klingt so einfach, aber ist eine echte Herausforderung: sämtliche relevanten Einzelteile eines Smartphones wie Prozessor (SoC), Kameras, Touchscreen, Akku, Flashspeicher, Anschlüsse, Tastaturen, Sensoren usw. sollten in modularer Bauweise hergestellt werden. Zunächst wird dann ein Endoskelett benötigt, quasi der Rahmen, der alle Module zusammenhält. Dann können sämtliche Module beliebig zusammengestellt werden. Beispielsweise ein größerer gegen einen kleineren Bildschirm und stattdessen zusätzlich eine QWERTZ-Tastatur. Eine schlecht auflösende Kamera wird gegen eine mit mehr Megapixel ausgetauscht – oder die nächste, leistungsstärkere Prozessor-Generation eingesteckt.

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Insbesondere die CPU stellt Smartphone-Entwickler vor Schwierigkeiten

Was so einfach klingt, ist aber nur sehr schwer umzusetzen. Gerade die Prozessoren können nicht einfach gegen CPUs einer neueren Generation ersetzt werden bei ein und demselben Modell, ohne dass ein Bridge-Chip mit ins Gerät müsste. Ausgerechnet RockChip hat Google jetzt mit der Entwicklung eines solchen Prozessors beauftragt. Bislang waren die ARM-CPUs des chinesischen Chip-Herstellers eher dafür bekannt, in billigen Tablets und Smartphones eingesetzt zu werden.

In ihrer Leistungsfähigkeit können sie mit den hochmodernen Konkurrenz-Chips, beispielsweise von Qualcomm, auch nicht Schritthalten. Das sollen sie aber auch gar nicht. Stattdessen geht es um die Entwicklungen eines SoC, das es gestattet, dass ein Prozessor einfach gegen einen anderen ausgetauscht werden kann. Aber beim Austausch geht es nicht nur darum, eine möglicherweise defekte CPU gegen ein baugleiches Modul ersetzen zu können. Vielmehr soll der Austausch generationenüberschreitend vollzogen werden können.

CPU-Module innerhalb eines UniPro-Netzwerkes

Dazu hat Google eine durchschnittliche Lebenslaufzeit der Modul-Smartphones von 5 bis 6 Jahren kalkuliert. Innerhalb dieser Zeit sollen also neue Module immer in ein bestehendes System integriert werden können. Damit die einzelnen Komponenten auch tatsächlich miteinander kommunizieren können und sich “verstehen”, wird zudem ein Netzwerkstandard benötigt. Das ist UniPro, einst von Nokia und Philips vorgestellt und zwischenzeitlich von 12 Unternehmen weiterentwickelt.

Darunter auch Samsung, Intel, nVidia, Texas, Intel und Toshiba. Letztgenanntes Unternehmen ist nun damit betraut, die RockChip SoCs UniPro-konform zu gestalten. Kein Modul darf dabei über 4 mm stark sein, das Smartphone selbst wird 9,7 mm stark sein. Schon 2015 soll der erste funktionsfähige Prototyp vorgestellt werden. Der zweiten Entwicklungsphase (Spirale 2) folgt dann die dritte Phase, in welcher der SoC-Baustein dann näher vorgestellt werden soll.

Entwicklern winken hohe Preisgelder

Derzeit gab es aber aufgrund aufgetretener Schwierigkeiten mit bislang verwendeten Materialien, weshalb die neuen CPU-Bausteine noch nicht fertiggestellt sind. Das ist aber wichtig, weil Google funktionsfähige Bauteile benötigt. Der Konzern stellt Entwickler-Kits bereit, mit denen jeder mitarbeiten kann. In der nächsten Zeit ist nun ein neues Developer-Kit (MDK) zu erwarten, außerdem auch die zweite Developer-Konferenz. Für die Software-Entwicklung bietet der Suchmaschinen-Riese bis zu 100.000 Dollar Preisgeld und Aufnahme in das Entwicklerteam.

Ab 50 Dollar das eigene Smartphone zusammenstellen

Ziel ist es, nur die besten Entwickler in das Team zu bringen. Als Basisausführung soll das Modular-Smartphone rund 50 Dollar kosten, der Endoskelett-Rahmen ab 15 Dollar erhältlich sein. Die einzelnen Hardware-Module werden dann wie eine App im entsprechenden App oder Modul Store vertrieben. Bei der Entwicklung eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten. Vom Entwicklungsland bis zum Industrieland kann das Smartphone vertrieben werden und extrem individualisiert werden. Google geht es dabei aber weniger um Gewinn, als noch mehr Android-Marktanteile.

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