Irreführende Benchmark-Tests bei Samsung sind keine Manipulation

Datum: Autor: Julian Kategorie: SmartphonesTAGS:  , , ,

Samsung würde mit dem Galaxy S4 bei Benchmarks-Tests manipulieren. Dieser Vorwurf geistert schon seit Wochen durch die digitale Welt der Tech-Blogs. Demnach fährt das Galaxy S4 beispielsweise die Taktung von 1,2 GHZ bei vielen Apps auf 500 MHz herunter. Nun hat sich der südkoreanische IT-Konzern offiziell dazu geäußert. Allerdings ist das “taktlose” Verhalten des Smartphones auch ansonsten verständlich.

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Bei Benchmark-Tests volle Leistung, bei Apps weniger Taktung

Der Stein des Anstoßes war das Posting in einem Forums-Thread auf der Seite “Beyond 3D”. Ein Mitglied äußerte dort den Verdacht, dass das Samsung Galaxy S4 bei Benchmark-Tests manipuliert. Bei den Machern von “AnandTech” hat das Interesse geweckt, also haben sie das Flaggschiff von Samsung kurzerhand etwas genauer untersucht. Tatsächlich fanden sie Abweichungen bei der Leistung von CPU und GPU. Als Testgeräte dienten zwei Galaxy S4 mit dem 8-Kern-Chip Exynos 5 Octa. Beide Geräte lieferten dieselben Ergebnisse. Die CPU-Taktung beträgt bei vielen Apps-Anwendungen 500 MHz, bei Benchmarks-Tests springt sie auf die volle Leistung von 1,2 GHz. Ähnlich auch bei der GPU. Einzig bei den Benchmark-Tests standen die 533 MHz zur Verfügung, ansonsten lediglich 480 MHz.

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Das Samsung Galaxy S4 steuert die Leistung der jeweiligen App entsprechend

Außerdem fanden die Tester auch eine App, die anscheinend die Taktung steuert und nach oben schraubt, wenn unterschiedliche Benchmark-Programme genutzt werden. Damit schien nun die Manipulation nachgewiesen zu sein und das Thema beherrschte die Tech-Blogosphäre. Dann meldete sich Samsung zu Wort. Ganz offiziell bezog der Konzern Stellung und erklärte, dass es ganz einfach Apps gibt, die nicht die volle Leistung benötigen. Manche Anwendungen wie Video, die Kamera-Software oder der S Browser würden die vollen Ressourcen nutzen können. Bei anderen Apps wäre diese Performance aber nicht nötig und so wird der Akku geschont. Eigentlich wäre das schon vor dem Statement von Samsung klar gewesen, mit dem Auto fährt man ja schließlich auch nicht andauernd Vollgas.

Die Steuerung der Leistung ist der Betriebszeit geschuldet

Dazu kommt, dass Manipulation bedeuten würde, dass das Gerät bei Benchmark-Tests eine Leistung vorgaukeln muss, die es nicht hat – und das tut es ja nicht. Ergänzend wird bei vielen Produkt-Präsentationen auf den unterschiedlichsten Blogs und Medien auch immer wieder die Akku-Leistung ganz besonders betont. Fällt die nicht so gut aus, ist schnell von einer schlechten Qualität des Akkus die Rede. Also müssen die Hersteller von Smartphones und Tablets irgendwie eine Lösung finden – bei Apps, die immer mehr Rechenleistung benötigen und den Akku schnell entleeren, einen Weg zu finden, dass die Betriebszeit verlängert oder gehalten werden kann. Etwas tatsächlich Verwerfliches ist also in dieser Gerätesteuerung nicht wirklich zu finden.

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