Android-Fragmentierung: Das Phänomen kurz erklärt

Datum: Autor: Julian Kategorie: SmartphonesTAGS:  , , , ,

Der Begriff “Betriebssystem-Fragmentierung” gewann erst mit Googles Android an Bedeutung. Zuvor hatten die meisten Handy-Hersteller ihr eigenes Betriebssystem, wie das Beispiel Nokia verdeutlicht. Noch klarer werden die Unterschiede jedoch, wenn mit einem ebenbürtigen Konkurrenten wie Apple verglichen wird. Eine Erhebung der Fragmentierung von Android hat soeben Open Signal veröffentlicht, seines Zeichens unter anderem App-Anbieter. Damit einhergehend liefert das Unternehmen gleich die Argumente zu Vor- und Nachteilen der Fragmentierung.

android

Open Source: Hardware- und Software-Entwicklung unabhängig voneinander

Wie die Firmware auf verschiedenen elektronischen Geräten oder auch die Betriebssoftware auf Computern werden Betriebssysteme (OS) für Smartphones und Tablet-PCs ebenfalls stetig weiterentwickelt. Grundsätzlich lag das Anpassen der Betriebssoftware früher in den Händen der Handy-Hersteller, so wie es auch heute noch bei Apple zu sehen ist. Allerdings konnten sich viele Systeme nicht in der Gunst der Verbraucher durchsetzen. Stattdessen trat mit Android plötzlich ein Open Source System den Siegeszug an. Dadurch werden technologische Weiterentwicklungen von Hardware (Endgeräten) und Software (Betriebssystemen) vollständig voneinander entkoppelt.

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Große und kleine Smartphones, leistungsstarke und schwache Prozessoren

Außerdem gestattet es Open Source den Herstellern von Smartphones und Tablets, mit eigenen Erweiterungen und Oberflächen ein gewisses Alleinstellungsmerkmal zu erreichen und die Fragmentierung zusätzlich voranzutreiben. Dazu kommt, dass die neuen Android Releases höhere Anforderungen an die Hardware (beispielsweise GPUs und CPUs) stellen.

In der Folge sind es teure, hochwertige Geräte, die neueste Android-OS erhalten, während preiswerte Mittel- und Einsteigerklasse-Smartphones mit älteren Releases vorlieb nehmen müssen. Außerdem werden auch sehr teure, ehemalige Flaggschiffe irgendwann nicht mehr mit Updates bedient, weil die Software durch die Hersteller angepasst werden muss, was zusätzlichen Aufwand bedeutet. In der Folge kommt es zu einer Artenvielfalt bei den Android-Betriebssystemen wie bei den Pflanzen- und Tier-Gattungen in einem tropischen Regenwald.

Apps sind die Quintessenz für den Smartphone-Erfolg

Grundsätzlich ist das eine positive Entwicklung, denn so kann sich jeder Smartphone und Tablet Besitzer tatsächlich sein Gerät so aussuchen, wie es seiner Vorstellung – oder seinem Geldbeutel – entspricht. Aber: der enorme Erfolg von Smartphones ist vor allem den Möglichkeiten mit zusätzlichen Anwendungen, den Apps, geschuldet. Und deren Entwickler kommen zunehmend in Bedrängnis, denn eine App läuft nicht automatisch gleich gut unter den einzelnen Releases. Im ungünstigsten Fall muss sich ein Entwickler sogar für einige wenige Android-Versionen entscheiden. Die Problematik wird vor allem anhand von Fakten klar, wie sie Open Signal soeben veröffentlicht hat.

  • Android 2.3.3 – 2.3.7 (Gingerbread): 34,1 Prozent
  • Android 4.1 (Jelly Bean): 32,3 Prozent
  • Android 4.0.3 – 4.0.4 (Ice Cream Sandwich): 23,3 Prozent
  • Android 4.2 (Jelly Bean): 5,6 Prozent
  • Android 2.1 (Eclair) und 2.2 (Froyo) jeweils 3,1 Prozent.

Stellt man dem die Zahlen von Apple (iOS) gegenüber, erklärt sich die Diskrepanz:

  • iOS 6: 95 Prozent
  • iOS 5: 5 Prozent

Android Fragmentierung – Google zwischen den Stühlen

Auch Google ist sich der Problematik bewusst und beteuert, die Fragmentierung bereinigen zu wollen. Immerhin sind es nicht nur die verschiedenen Versionen von Android, sondern auch die von den einzelnen Herstellern vorgenommen Veränderungen, die für diese enorme Fragmentierung verantwortlich sind. So hat sich die Fragmentierung gegenüber dem Vorjahr inzwischen verdreifacht.

Google steuert dem entgegen, indem Entwicklern aktuelle OS-Datensätze zur Verfügung gestellt werden. Aber auf der anderen Seite will der Konzern das mobile Internet vorantreiben. Da wiederum ist es einerseits die große Vielfalt, die Auswahlmöglichkeiten bietet. Andererseits heißt es aber auch, die Entwicklungen in Höchstgeschwindigkeit voranzutreiben, um nicht doch noch ins Hintertreffen zu gelangen. Spannend sind dieses Entwicklungen allemal, denn noch vor wenigen Jahren hatte solche Phänomene niemand berücksichtigt.

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