PRISM: Google, Facebook und Microsoft gehen in die Offensive

Datum: Autor: Julian Kategorie: InternetTAGS:  , , , , , ,

Die Veröffentlichungen von Edward Snowden, dem vermeintlichen CIA-Mitarbeiter, zu dem Spionage-Programm PRISM von der NSA haben für viel Bewegung gesorgt in den USA. Während eine hitzige Debatte über Snowden zwischen vermeinlichen Hochverrat und hochtrabendem Heldentum geführt wird, und sich dabei ungewöhnliche Allianzen zwischen Demokraten und Republikanern ergeben, gingen einige der mit in die Anschuldigungen hineingezogenen Internet-Konzerne in die Offensive und versuchen zu beteuern, dass dem allem nicht so sei. Dazu gehören Google, Microsoft und auch Facebook.

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Die Server der NSA sammeln weltweit Nutzerdaten (Bild: shutterstock.com, Vladru)

PRISM – Die weitreichendste Spionage, die es bisher gab.

Inzwischen gehen Experten davon aus, dass die Enthüllungen Snowdens wohl die spektakulärsten seit Anfang der 1970er seien. In seinem Interview mit dem Guardian bestätigte er das aggressive Spionage-Programm “PRISM” von der NSA. Dabei geht es nicht nur um Aussagen, sondern auch um handfeste Beweise in Datenform, erzeugt durch das Analyse-Tool “Boundless Informant”. Demnach hat der amerikanische Geheimdienst Zugriff auf die Daten von Apple, AOL, DropBox, Facebook, Google, PalTalk, Skype (eBay), Yahoo und YouTube (Google). Durch die Kombination, dass die wohl meisten Anfragen im Ausland von PRISM in Deutschland stattfinden und dem Umstand, dass die beiden Betriebssysteme Android (von Google) und iOS (Apple) den Markt absolut dominieren, ergibt sich für deutsche Nutzer eine besondere Brisanz.

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Die Angst vor Kundenverlusten greift um

Insgesamt dürften diesen Unternehmen die größten Sorgen die ausländischen Kunden machen. Denn welche nicht-amerikanischen Nutzer wollen schon, dass ausgerechnet die USA in ihren Unterlagen schnüffeln? Das geht von hochgeladenen Dokumenten über Nutzerdaten bis hin zur Kommunikation und betrifft Firmen und private Nutzer gleichermaßen. Laufen den Internet-Riesen diese Kunden erst in Scharen weg, war es das wahrscheinlich bald mit den marktbeherrschenden Aussichten. Allerdings stellt sich auch die Frage, wem man sich stattdessen überhaupt anvertrauen könnte, schließlich sammeln andere Geheimdienste nicht minder fleißig. Dennoch besteht diese Angst für viele US-Konzerne, die im Internet und mit Mobilfunk-Kunden arbeiten.

Das Problem: es gibt so gut wie keine Alternativen

So hat sich inzwischen Google öffentlich an das Weiße Haus gewandt mit der Bitte, dass die Abfragedaten veröffentlicht werden dürften. Schließlich ginge daraus hervor, dass die NSA keinen grenzenlosen Zugriff auf die Google-Server habe. Kurze Zeit später schloss sich Mark Zuckerberg von Facebook der Bitte ebenfalls an, genauso wie Microsoft. Ob das etwas bewirken kann, steht allerdings in den Sternen. Zwar ist in den USA eine heftige Diskussion losgetreten, doch US-Präsident Obama verteidigt PRISM. Ebenso hieß es bereits aus Deutschland, dass mithilfe von PRISM-Daten etliche Anschläge vereitelt worden wären. Es bleibt aber auch abzuwarten, ob sich die Internetnutzer und Mobilfunk-Kunden auf die Beteuerungen von Google und all den anderen IT-Größen einlassen werden. Doch angesichts der immensen Marktpräsenz alleine im Mobilfunkbereich gibt es eigentlich fast kein Entrinnen vor PRISM. Glücklich die, die noch das Betriebssystem Symbian von Nokia nutzen. Oder auch nicht seit der engen Partnerschaft mit Microsoft. Vorausgesetzt, die Enthüllungen entsprechen der Wahrheit.

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