Nokia wird als Namensgeber für Smartphones abgewickelt – oder doch nicht?

Datum: Autor: Julian Kategorie: Samsung, SmartphonesTAGS:  , ,

Schon während der spektakulären Übernahme von Nokia durch Microsoft hat das US-amerikanische Unternehmen angedeutet, dass der Markenname “Nokia” bald nicht mehr auf Smartphones zu sehen sein wird. Das entspricht weitgehend den getroffenen Vereinbarungen zwischen Microsoft und Nokia. Jetzt wurden eingeleitete Schritte entsprechend bestätigt. Gleichzeitig kommen aber ebenso interessante Meldungen aus Finnland. Danach ergeben sich Gerüchte, dass sich Nokia womöglich doch nicht endgültig aus dem Smartphone-Geschäft zurückziehen wird.

Der Niedergang des einstigen Marktführers

Bereits 2011 deutete sich der Wechsel an. Der einstige Branchenprimus Nokia geriet durch massive Fehleinschätzungen im boomenden Smartphone-Markt immer mehr unter Druck. Zu Zeiten herkömmlicher Feature-Phones (Handys) war Nokia unangefochtene Nummer Eins unter den Handy-Herstellern. Doch hat sich der “quasi” Erfinder der Smartphones (der Communicator gilt als das erste Smartphone) mit seinem eigenen Betriebssystem verzettelt. Unterdessen übernahmen Apple und Samsung den Markt und ließen auch alle weiteren Mitwettbewerber im Regen stehen.

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Einer ersten engen Bindung an Microsoft folgt die Übernahme

Ende 2011 zog man bei Nokia, das inzwischen immer mehr in den freien Fall geriet, die Reißleine und setzte mit Microsoft auf ein anderes Branchen-Urgestein. Fortan sollten Nokia-Smartphones ausschließlich mit Windows-Betriebssystemen ausgestattet werden. Aber es scheint wohl, dass schon damals der Verkauf der Smartphone-Sparte an Microsoft feststand. Im April 2014 ging der bekannteste Unternehmensteil von Nokia für 7,2 Milliarden US-Dollar an Microsoft. Doch mit dem Verkauf wurden die Namensrechte an der Marke “Nokia” nur lizenziert und zeitlich begrenzt an Microsoft weitergegeben.

Aus Nokia Lumia wird Microsoft Lumia

So war die Ankündigung seitens Tuula Rytilä, der Leiterin der Marketingabteilung der Telekommunikationssparte, auf dem Nokia-Unternehmens-Blog wenig überraschend. Danach hat Microsoft nun damit begonnen, den Markennamen “Nokia” sukzessive von Dokumenten, Produkten und aus Unternehmens-Kanälen zu nehmen. Aus dem “Nokia Lumia” wird damit das “Microsoft Lumia”. Bei Nokia Frankreich sind schon erste Schritte unternommen worden – dort ist es bereits das Microsoft Lumia.

Erste Smartphone-Präsentation: altes Smartphone in neuem Gewand oder neues Gerät?

Gleichzeitig kündigte Rytilä an, dass man sich schon auf die baldige Präsentation des ersten Microsoft Lumia Smartphone freue. Ob es aber tatsächlich ein neues Gerät ist, das vorgestellt werden soll, steht derzeit in den Sternen. Microsoft Central spricht lediglich von der Präsentation des Nokia Lumia als Microsoft Lumia 830 für den Provider AT&T.

Bei den Feature-Phones ist Nokia noch immer tonangebend

Lediglich in der Sparte der Feature-Phones soll der Name länger erhalten bleiben. Hier spricht Microsoft von einer Übergangszeit von bis zu 10 Jahren. Hintergrund ist, dass die herkömmlichen Nokia-Handys auf den Märkten von Schwellen- und Entwicklungsländern noch immer Verkaufsschlager sind, allen voran viele asiatische Länder. Betrachtet man sämtliche erste Gewinnzahlen, die seit der Übernahme vorliegen, profitierten beide Parteien von dem Milliarden-Deal. Microsoft hatte ein kräftiges Plus dank der neuen Smartphone-Produkte zu verzeichnen. Nokia schaffte mit seiner Netzwerktechnik ein Quartalsplus von knapp einer halben Milliarde Euro.

Interessante Inhalte während einer Investorenkonferenz von Nokia

Allerdings gab es aus dem hohen finnischen Norden Europas neue Meldungen. So wie es scheint, sind die Investoren trotz der üppigen Gewinne und der nicht weniger schlechten Gewinnprognosen für das nächste Jahr etwas “traurig”. Während einer Anlegerkonferenz wurden interessante Äußerungen getroffen. Bei Nokia sei man froh, dass die Rechte am Markennamen “Nokia” beim Stammkonzern verblieben sind. Außerdem habe man erkannt, dass der Name Nokia einerseits von hohem Wert ist.

Gerade für Mobilfunkgeräte steht der Name Nokia

Andererseits aber auch gerade im Bereich Mobiltelefone und Geräte sehr wertvoll sei – auch, wenn dazu einige Einschränkungen gemacht werden müssten. Daher werden bereits unterschiedliche Konzepte geprüft und ausgewertet. Jedoch wurde gleichzeitig eingeschränkt, dass es nach dem Verkauf an Microsoft auch noch eine vertragliche Sperrfrist abzuwarten gilt, die vereinbart wurde. Dennoch könnte sich damit andeuten, dass es in nicht allzu ferner Zukunft schon bald wieder “Nokia – connecting people” aus Finnland heißen könnte.

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