Google Glass: Details zur Hardware, Android und ersten Apps

Datum: Autor: Beni Kategorie: SamsungTAGS:  , , ,

Google Glass hat nach der Präsentation durch den Suchmaschinen-Konzern neben einer breiten Begeisterung vor allem auch eine nicht zu unterschätzende Welle der Warnungen in Bezug auf den Datenschutz ausgelöst. Inzwischen haben sich die Wogen jedoch etwas geglättet. So hat Google vor Kurzem 8.000 Brillen an Entwickler ausgeliefert, damit die sich intensiv mit Google Glass auseinandersetzen können. Daher wurden nun mehr Details zu Software und Hardware bekannt, außerdem hat Google nun auch große Teile des Quellcodes preisgegeben. Der Appell dabei an die Developer: “Macht was Cooles draus!”

Google Glass: Spezifikation wie beim Smartphone, aber dennoch nur ein Gadget

Zunächst sollte festgehalten werden, dass die deutsche Bezeichnung “Google Datenbrille” eigentlich falsch ist. Der englische Name “Google Glass” bezieht sich konkret auf die Übertragungstechnik des Bildes mittels eines Glasprismas – also einem “Glass”. Dafür sollen spätere Serienbrillen aber auf normale Brillen aufzusetzen sein. Zunächst hielt sich Google ziemlich bedeckt, was die Ausstattung von Google Glass betrifft, doch die ersten Entwickler konnten bereits mehr Details aus der Brille “herauskitzeln”. Und diese Daten lesen sich wie die eines nicht einmal schlechten Smartphones. Der Prozessor ist eine 2-Kern-CPU, die auf ein Gigabyte getaktet werden kann. Der RAM wurde zuletzt auf 256 MB vermutet, inzwischen scheint aber auch hier 1 GB gesichert zu sein. Ähnlich verhält es sich beim Flashspeicher, für den die Größe von acht Gigabyte kursierte, inzwischen aber 16 GB zu stimmen scheinen. Die integrierte Kamera besitzt unterdessen 5 Megapixel.

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Ist Google Glass zukunftsweisend?

Das Bild, das über das bereits erwähnte Prisma direkt vor das Auge übertragen wird, soll gefühlt der Ansicht eines 25-Zoll-Monitors entsprechen. Außerdem sind auch Brillenträger nicht benachteiligt und alles ist anscheinend gut lesbar. Dass die Software wiederum auf Android basiert, war ebenfalls kein Geheimnis. Jetzt steht hier fest, dass es sich bei den Prototypen aktuell um Android 4.0.4 Ice Cream Sandwich handelt. Noch wurden diese Daten aber nicht von Google bestätigt. Vielmehr hatte Google bei der Veröffentlichung des Linux-Quellcodes die config-Datei entfernt, die konkrete Rückschlüsse auf die Hardware zugelassen hätte. Außerdem hat Google Glass W-LAN (802.11b/g) und Bluetooth an Bord. Somit ist sie derzeit eher als Gadget zu betrachten, da sämtliche Daten inklusive der aus dem Internet über das Smartphone oder den Tablet-PC empfangen werden müssen. Dennoch werden erste Stimmen laut, dass Produkten wie Google Glass wohl die Zukunft gehören wird.

Den Einsatzmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt

Sicherlich hängt das auch mit der Bedienung der Brille zusammen. So stehen dem Nutzer drei Optionen offen, wie er Google Glass bedienen kann. Über Gestik, also durch Bewegungen mit dem Kopf, ein Touchpad und Sprachsteuerung. Der Developer Mike DiGiovanni, von dem auch die App Bulletproof für den Lockscreen stammt, hat zwischenzeitlich eine neue App für Google Glass geschrieben. Mit dieser App ist es nun möglich, ein Foto durch Augenzwinkern auszulösen. Genau hier liegt auch das Potenzial, das Google Glass bietet: in vielen Arbeitsbereichen könnte Google Glass schon bald Einzug halten. Ob nun Produktion, Wartung, Instandsetzung usw. – die Nutzer haben nicht nur beide Hände frei, um ihrer Tätigkeit nachzugehen und müssen nicht dauernd ein Notebook, Tablet oder Smartphone bedienen. Vielmehr können Informationen, Pläne und vieles mehr mittels Augmented Reality (AR) während der Arbeiten eingeblendet werden und so den Arbeitsfluss noch effizienter gestalten. Auch eine eventuelle Fehlerkorrigierung ist denkbar.

Die Bedenken von Datenschützern

Erkennt eine entsprechende App Fehler bei einer Konstruktion, kann sie den Träger von Google App unmittelbar warnen oder darüber informieren. Selbstverständlich sind auch die Anwendungsmöglichkeiten bei Privatpersonen nahezu unbegrenzt. In Bezug auf die Datenschutzgegner, die sich hier schon zu formieren beginnen, muss leider gesagt werden, dass viele Argumente dem Reich der Mythen zuzuzählen sind. Die Diskussion dazu wird viel zu emotional geführt. Auch weisen Experten immer wieder darauf hin, dass Google seit den Reaktionen zu Street View sicherlich verantwortungsbewusster mit der Thematik umgehen wird. Nicht ganz von der Hand zu weisen ist jedoch das Argument, dass ausgerechnet der datengierige Google-Konzern hinter Glass steht und eventuell Bewegungsprofile oder Ähnliches erstellen könnte. Der automatischen Gesichtserkennung scheint Google jedoch einen Riegel vorgeschoben zu haben, denn das App-Programmieren schließt nach jüngsten Informationen eine Kombination mit der Kamerafunktion aus. Lediglich die Bedienung der Kamera kann über Apps beeinflusst werden, eine Analyse der aufgezeichneten Bilder oder andere Funktionen in dieser Richtung sind jedoch nicht möglich. Vielleicht sollten Gegner von Google Glass, die Datenschutzbedenken haben, außerdem einmal darüber nachdenken, was die Zukunft dann überhaupt noch bringen kann, wenn solch innovative Produkte von vorneherein verteufelt werden – das ist nun einmal technischer Fortschritt.

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