Retro Fighter, Round 17: Art of Fighting 3

Datum: Autor: Samuray Kategorie: Retro Fighter

Es gibt Fortsetzungen, die nehmen das Bewährte, verändern dezent einige Faktoren und begnügen sich dann damit. Die zahlreichen Die zahlreichen “Street Fighter II”-Versionen wären dafür ein gutes Beispiel. Dann gibt es Fortsetzungen, die so einiges erneuern, sowohl im Gameplay als auch in der Kämpferriege — gut zu beobachten in der “Fatal Fury”-Serie. Und dann gibt es Phänomene wie “Art of Fighting 3″.

Die ersten Reaktionen, als dieser abschließende Teil der Saga vorgestellt wurde, reichten von “???” bis hin zu “Soll das ein Scherz sein!?”. Abgesehen von Ryo Sakazaki und Robert Garcia gibt es zu den Vorgängern überraschenderweise so gar keine Verbindung, und das spiegelt sich auch im Grafikstil wieder. Dieser gibt sich sehr bunt und überaus comicartig, sieht aber vom ersten Moment an einfach toll aus. Das liegt zum einen an den sehr schön gezeichneten Hintergründen, die viel Atmosphäre versprühen, aber zum anderen und vor allem an den Charakteren, deren Animationen einfach atemberaubend sind — wow! So geschmeidig haben sich Pixelkämpfer noch nie bewegt, so dass “Art of Fighting 3″, nicht zuletzt dank des Rotoscope-Motion Capturings, wirklich hervorsticht. Viele sagen, dass es in einem 2D-Kampfspiel seitdem nie wieder bessere Animationen gab, noch nicht einmal in “Street Fighter III”, “Garou – Mark of the Wolves” oder “Last Blade”. Und sie haben recht.

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Als besonders ist auch einer der Hintergründe zu bezeichnen. Optisch sind sie fast alle sehr überzeugend, aber die kleine Gasse, von der aus man ein Volksfest sehen kann, ist wirklich bemerkenswert….denn eine Hintergrundmusik wurde hier weggelassen, stattdessen hört man die akustische Kulisse ebendieser Feier. Dieser Level sowie die meisten anderen bringen sehr gut das Mexikoflair herüber, denn ausschließlich hier spielt “Art of Fighting 3″, rein storybedingt.

Vom Spielgefühl wirkt “Art of Fighting 3″ einerseits wie seine Vorgänger, ist aber ein bisschen zackiger und direkter im Handling. Es gibt erneut Spirit-Leisten, welche den Special-Einsetz beschränken, sich aber natürlich wieder aufladen lassen. Wie bereits erwähnt, hat sich der Character Roster gehörig verändert, so dass nur noch Ryo im nicht mehr orangen, sondern roten Outfit, sowie Robert im mexikanisch angehauchten blauen Look an vergangene Zeiten erinnern.

Neu ist Kasumi Todoh, die Tochter des ersten Gegners aus dem ersten Teil der Serie. Auch sie kämpft im Aikidostil, ist aber deutlich agiler als ihr Vater. Beeindruckend sieht Jin Fu-Ha aus, ein Hüne mit blauem Kopftuch, der einst ein Schüler des Ninjas Eiji Kisaragi war und dem jetzt nach dem Leben trachtet. Karman Cole ist ein Bodyguard der reichen Garciafamilie und wurde entsandt, um nach Robert zu suchen. Er ist übrigens deutscher Abstammung.

Rody Birts ist ebenfalls ein sehr cooler Charakter, denn er ist nicht nur Privatdetektiv, sondern kämpft mit Tonfastöcken. Seine Kollegin, Peitschenlady Lenny Creston, ist ebenfalls ein spielbarer Charakter, genau wie Wang Koh-San, ein so dicklicher wie genialer junger Erfinder, der im Kampf neue Erkenntnisse sucht und angeblich ein Freund des Chinesen Lee Pai Long ist. Schließlich ist da noch Zwischenboss Sinclair, eine Frau mit einem Säbel, sowie Endgegner Wyler, der sich Mr.Hyde-mäßig in einen riesigen Superkämpfer verwandelt, was ebenfalls einen Storyhintergrund hat.

“Art of Fighting 3″ ist ein rundum fantastisches Spiel und ein Highlight der NeoGeo-Blbliothek. Weshalb die Serie hier endete, muss wohl wirtschaftliche Gründe gehabt haben, denn kreative können es definitiv nicht gewesen sein. Man wollte sich bei SNK wohl auf lukrativere Serien konzentrieren. Ach ja: Nur die japanische Version des Spieles ist ungeschnitten, das gilt auch für die PS2-Anthologies!

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