Apple: Dünne Bauweise verhindert umweltfreundliches EPEAT-Zertifikat

Datum: Autor: Johannes Kategorie: Apple

Apple ist das Design wichtiger als die Umwelt: Insgesamt 39 Apple-Produkte sind nicht mehr in der Umweltverträglichkeitsliste EPEAT vertreten. Das Unternehmen verzichtet ab jetzt freiwillig auf das Zertifikat, da das Design des neuen Macbooks den Umweltstandards, die Apple selber mit festgelegt hat, nicht mehr entspricht. Nun ist mit Umsatzeinbußen und einem Verlust von Marktanteilen zu rechnen.

Umweltzertifikat sorgt für Orientierung im Elektronik-Dschungel

EPEAT steht für “Electronic Product Environmental Assessment Tool”. Es ist ein amerikanisches Gütesiegel, das Konsumenten dabei helfen soll, die Umweltverträglichkeit von elektronischen Produkten zu bewerten. Verantwortlich für die Vergabe des Siegels ist das Green Electronics Council der International Sustainability Development Foundation, einer staatlichen Organisation. In ihre Bewertung fließen unter anderem die Lebensdauer der Geräte, der Energieverbrauch, die Möglichkeiten des Recyclings und die für die Herstellung verwendeten Materialien mit ein. Diese Kriterien wurden mit Hilfe der führenden Unternehmen der Elektronikbranche, darunter auch Apple, festgelegt. Bisher hatten alle Computer, Monitore und Laptops von Apple ein EPEAT-Zertifikat. Doch für seine 39 Macs und Displays verzichtet der Computerriese künftig darauf. Aus der Datenbank von EPEAT wurden diese Produkte bereits gelöscht und auch in den Produktberichten von Apple fehlt jeder Hinweis auf das Gütesiegel.

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Macbook entspricht nicht den EPEAT-Anforderungen

Kommentiert hat Apple den Verzicht auf die Zertifizierung offiziell noch nicht. Das Wall Street Journal berichtet allerdings, dass das neue Macbook Pro mit Retina-Display die Voraussetzungen für eine EPEAT-Zertifizierung nicht mehr erfüllt. Eine EPEAT-Anforderung, die auch Apple bisher mitgetragen hat, lautet: Beim Recycling der Geräte müssen die giftigen Materialien (zum Beispiel Batterien) von den weniger schädlichen Teilen ohne die Hilfe von Spezialwerkzeugen getrennt werden können. Allerdings ist das Gehäuse des neuen Macbooks mit dem Akku verklebt und nicht mehr wie bisher nur verschraubt; das Display ist mit dem Glas verschmolzen und kann nur mit dem gesamtem Laptop-Deckel austauscht werden. Das Macbook lässt sich also nicht mehr – wie für eine Zertifizierung eigentlich nötig – in seine Einzelteile zerlegen. Das trifft auch auf das iPad und das iPhone zu, die dem EPEAT-Gremium gar nicht erst vorgelegt wurden. Grund für diese Entwicklung ist der Trend zu immer dünneren, kompakteren und leichteren Geräten, die allerdings wartungsfeindlich und unreparierbar sind. Sie sind auch nicht mehr recyclebar und damit alles andere als EPEAT-konform.

Apple muss mit Umsatzrückgang rechnen

Für Apple könnte der Verzicht auf das Zertifikat zu einem Umsatzrückgang führen. Denn in den USA müssen mindestens 95 Prozent der in Bildungseinrichtungen und Behörden genutzten Computer durch EPEAT als umweltverträglich zertifiziert sein. Es droht also ein Verlust von Marktanteilen im Bildungssektor. Und allein durch die Ausstattung von Schulen und Universitäten macht Apple mehr als zehn Prozent seines jährlichen Umsatzes. In Behörden und anderen öffentlichen Einrichtungen droht gar ein generelles Nutzungsverbot von Apple-Produkten. Bleibt abzuwarten, wie Apple darauf reagieren würde. Das Design der Produkte wird das Unternehmen sicher nicht ändern. Aber vielleicht gibt es ja bald ein von Apple ganz alleine gemachtes und auf Applebedürfnisse zugeschnittenes Umweltverträglichkeits-Siegel samt Recyclingprogramm.

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