Samsung muss Apple 120 Millionen Dollar bezahlen

Datum: Autor: Sebastian Kategorie: AppleTAGS:  , , , ,

Der Streit zwischen Samsung und Apple verschärft sich vor Gericht mit jedem Verfahren. Im jüngsten Verfahren ging es allerdings nicht wie zumeist um die Hardware, das Design und die Anordnung der Knöpfe, sondern um Software-Features. Das macht die Beurteilung des “kopierten” Wertes für die Jury nicht unbedingt leichter, zumal Apple die geforderte Summe mit 2,2 Milliarden Dollar recht steil betitelte. Auch Samsung selbst forderte für Patentverletzungen von Apple im selben Verfahren eine (vergleichsweise moderate) Entschädigung in Höhe von sechs Millionen Dollar.

Nun kam das Gericht zu einem Urteil und sprach Apple nur einen Bruchteil der geforderten Summe zu.

--Werbung--

Apple führt Grundsatzkrieg mit Samsung

Der Prozess wurde von Apple und Samsung mit Fehdehandschuhen geführt. Beide Konzerne warfen sich dreiste Lügen, finstere Übertreibungen und gefälschte Statistiken vor. Samsungs Anwalt John Quinn beharrte darauf, dass Samsung die genannten Features gar nicht habe kopieren können, während Apples Anwalt Harold McElhinny Samsung vorwarf, vor dem iPhone nicht einmal ein Smartphone im Line Up gehabt zu haben.

Im Vergleich zu den Annäherungen der letzten Monate war dieses Verfahren wieder dichter an dem von Steve Jobs geforderten thermonuklearen Krieg gegen den südkoreanischen Konkurrenten.

Abseits der Beschimpfungen wurden jedoch auch die in der Anklage besprochenen Patentverletzungen geklärt. Und so wurden Apple drei von fünf verschiedenen Patentverletzungen zugestanden, dabei ging es ausschließlich um technische Features. Hierbei handelt es sich um Daten-Analyse, mit der E-Mail Adressen und Webadressen automatisch in Links verwandelt werden, einem Algorithmus, mit dem Autocorrect seine Wortvorschläge macht und am wichtigsten die gestenbasierte Entsperrung des Bildschirms – auch bekannt als Slide to Unlock.

Im Gegensatz dazu wurde ein System, mit dem sowohl lokal als auch online nach Daten gesucht wird, und ein Modus der Datenabgleichung in der Cloud nicht als Patentverstoß gewertet. Die Entschädigungsumme der drei verletzten Patente wurde vom Gericht mit 119,625 Millionen US-Dollar betitelt. Apple kann allerdings 158.400 Dollar postwendend an Samsung zurück schicken, denn im Falle von zwei Patenten wurde auch der High-Tech-Riese aus Cupertino schuldig gesprochen. Bei den beiden Patenten, die Apple verletzt hat, geht es um Methoden des Video-Streamings bei FaceTime und das Speichern von Bildern, Video- und Audiodateien.

Apple erhält keine zwei Milliarden – ist aber in Tanzlaune

Das Verfahren zwischen Samsung und Apple sprach aber nicht nur Bände über die Beziehung der beiden Konzerne zueinander, sondern offenbarte auch viele Nebenkriegsschauplätze. Vor allem Apples Marketingchef Phil Schiller zeigte sich über die Kampagnen der Konkurrenz teilweise so bestürzt, dass er mit dem Gedanken spielte, Apples langjährige Werbeagentur zu kündigen, um mit einer neuen Agentur frisches Blut in Apples Kampagnen einfließen zu lassen.

Außerdem wird Samsung die Entschädigung wohl nicht ganz alleine zahlen müssen, denn Google will wohl ein altes Versprechen an Samsung halten. Der Android-Entwickler wird sich (in unbekannter Höhe) an den Kosten beteiligen und die Last so mit Samsung teilen.

Von der eigentlich geforderten Summe 2,2 Milliarden US Dollar ist die schließlich ausgezahlte Summe zwar meilenweit entfernt, dennoch dürfte für Apple der prinzipielle Sieg im Vordergrund stehen. Noch zuvor hatte nämlich Samsungs Anwalt John Quinn großmundig verkündet, Apple werde vor Freude in den Straßen Cupertinos tanzen, wenn man ihnen nur 100 Millionen Dollar zugesteht.

Kommentar schreiben

Banner buchen

Wenn du einen Bannerplatz auf unserer Website buchen, einen Linktausch vorschlagen, oder Artikel schreiben möchtest, klicke hier.