Leihen statt Kaufen – plant ausgerechnet Apple ein Leihmodell?

Datum: Autor: Sebastian Kategorie: AppleTAGS:  , , , ,

Der Büchermarkt hat sich in den letzten Jahren rapide umstellen müssen. Mit dem Einzug in die digitale Welt des eBooks sah sich die Verlagsbranche auch mit einer zuvor noch nicht gesehenen Welle der Piraterie konfrontiert.

Doch wie mit dem Streaming möchten Apple und Amazon nun eine für die Endverbraucher günstige Alternative bereitstellen, gebrauchte Bücher zu verleihen.

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Bücher, Filme, Musik verleihen – Apple und iTunes als Trödelmarkt

Die Idee erscheint in der Welt der digitalen Distribution geradezu altmodisch. Verabschiedet sich Microsoft mit der Xbox 720 gerade durch einzigartige Lizenzen selbst vom privaten Weiterverkauf physischer Datenträger, so möchte Apple nun ein Modell entwickeln, bei dem die Nutzer gelesene eBooks und Medien an Dritte weiter verleihen und weiter verkaufen können. Ein von Apple angemeldetes Patent sieht sogar vor, dass Nutzer direkt untereinander Inhalte teilen können. Bei einer Lagerung in der Cloud würden nicht einmal zusätzliche Downloads anfallen, es würde lediglich die Nutzungslizenz von einem Nutzer auf den anderen übergehen.

Neben den Publishern verdient dabei auch Apple an jedem erneuten Verkauf der Lizenz. Ähnliche Modelle wurden auch vom Internetkaufhaus Amazon angemeldet, hier sollte allerdings die Seite selbst als Drehscheibe und Mediator für Verkäufe dienen.

Um einen eventuellen Missbrauch und Schwarzhandel im iTunes Store zu unterbinden, legt das von Apple angemeldete Patent einige Schranken fest. Neben der anteiligen Gebühr für Verlag und Apple selbst würden auch gewisse Zeiten eingerichtet, die bis zum ersten Weiterverkauf eingehalten werden müssten. Auch Mindestpreise, wenn auch erst beispielhaft, wurden festgelegt. So soll ein in den ersten zwölf Monaten weiter verliehener Film mindestens zehn Dollar kosten, es wäre auch nicht ganz untypisch für Apple, wenn man das Preissystem selbst festsetzen würde und sich dabei an den Preisen im Store orientieren würde.

Genauere Details zum System wurden noch nicht enthüllt, vermutlich würde Apple im Falle einer Realisierung wohl den iTunes Store als Oberfläche benutzen und mittels des eigenen Zahlungssystems sämtliche Geschäfte abwickeln. Da Apples Patent auch vorsieht, Inhalte zu verleihen, könnten diese etwa automatisch ablaufen wie die Leihfilme aus dem Store.

Ist das neue Patent von Apple richtungsweisend?

Zumindest für die Zukunft für den Verkauf von Software könnte ein Einstieg von Apple in den Gebrauchtmarkt als einer der Major Player der digitalen Distribution wegweisend sein. Erst im letzten Jahr wurde vor dem Europäischen Gerichtshof beschlossen, dass auch Software und ihre Lizenzen weiter verkauft werden darf. Ohnehin einer der Punkte, den Gamer und auch die professionelle Nutzergemeinde gleichermaßen kritisierten. Immerhin ließen die im Store heruntergeladenen Programme keine Möglichkeit des Weiterverkaufs mehr. Sollte dies nun für alle im iTunes Store erworbenen Produkte aufgehoben werden, wäre dies sicher auch für andere Distributoren ein mehr als deutliches Signal.

In jedem Fall ist die Erweiterung des Online Stores auf von Nutzern gesteuerte Verkäufe und Leihgaben eine sinnvolle Erweiterung, die auch die User freuen dürfte. Denn digitale Medien nehmen schließlich keinen Verbrauchsschaden und vor allem Schnäppchenjäger könnten sich über den Kauf gebrauchter Inhalte freuen.

Auf der anderen Seite hätten Apple und sämtliche Publisher ihrerseits den Vorteil von jedem Weiterverkauf neu zu profitieren – eine eigentlich perfide und gleichzeitig gemeinnützige Idee, die neue Verkaufsmöglichkeiten eröffnen würde. Wenn das Modell kommt, denn nur weil Apple ein Patent anmeldet, heißt das noch lange nicht, dass es auch umgesetzt wird.

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