Jonathan Ive gibt sich redselig in der Sunday Times

Datum: Autor: Sebastian Kategorie: AppleTAGS:  , , , ,

Apples Mitarbeiter sind trotz ihrer ständigen Präsenz in den Medien nur selten in wirklich ausführlichen Interviews zu finden. Dies gilt besonders für Apples Führungsstab, der nur aus wenigen Gesichtern gesteht, deren Terminpläne nicht viel Zeit für ausgiebige Pressetermine lassen.

Im Interview mit der Sunday Times nahm Jonathan Ive, Apples Lead-Designer, sich allerdings die Zeit, um ausführlich über Apple, das Design der Firma und die Prozesse mit anderen Firmen zu reden.

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Jonathan Ive über Design, Kopien und Diebstahl

Nicht erst seit dem Ableben von Steve Jobs vor mehr als zwei Jahren gehört Jonathan Ive zu den wichtigsten Männern in Apples Führungsriege. Der charismatische Brite gehört auch dank der Präsentationsvideos von Apple zu den bekannteren Gesichtern des Konzerns aus Cupertino. Mit seinen Designideen prägte Ive maßgeblich Apples Hoch nach dem Wiedereinstieg von Jobs. Die innovativen Ideen Apples wie der iMac, der iPod oder das iPhone wären ohne den Bauhaus-Fan Jony Ive schlichtweg nicht möglich gewesen. Sein Input in Bezug auf Simplizität und Praktikabilität gilt auch als der maßgebliche Einfluss von iOS 7. Schließlich ist Jonathan Ive längst nicht mehr nur für das Design der Hardware zuständig, sondern ihm untersteht auch Apples Department für die Arbeit mit dem User Interface.

Mit der Sunday Times sprach Jonathan Ive daher nicht nur recht offen über Gott, die Welt und sein Privatleben, sondern vornehmlich auch über den Designprozess und seine Herangehensweise in der Arbeit mit neuen Ideen. Dabei beschreibt Jonathan Ive seine Arbeit vor allem als zweckorientiert. Zunächst einmal müsse er sich genau in die Funktionsweise und den Typus eines Geräts hinein arbeiten – was soll ein Gerät können und was soll es sein. Erst im zweiten Schritt stelle Ive sich dann den aufkommenden Ideen und Herausforderungen beim Design. Dabei erweiterte Ive bereits in der Vergangenheit seinen Horizont, indem er beim Design des ersten iMac Konfisserien besuchte und das erste PowerBook entwickelte, nachdem er Stahlfalttechniken in Japan beobachtete.

Ives Liebe zum Design gehe sogar so weit, dass er schon einmal ein iPhone auseinander genommen hat, nur um des iPhones Kern zu ergründen. Diese Liebe für die Funktionsweise von Geräten erwarte Ive auch von seinen Mitarbeitern.

Über Apple äußert sich Ive vor allem in Form der hochpreisigen Politik und des Augenmerks auf die Qualität der Produkte. Für Ive sind wir dabei in einer Welt, in der wir ständig mit billigen und minderwertigen Produkten umgeben sind. Es sei aber nicht Apples Politik, anonyme Produkte herzustellen – und damit fahre der Konzern ja auch recht gut.

Kein freundliches Wort kann Jonathan Ive dafür über Kopien in der Branche verlieren. Zwar nennt der Brite keine Namen (das muss er in Apples Fall auch nicht), nennt das Kopien von Design und Oberflächen aber schlichtweg Diebstahl. Die Firmen wissen dabei wohl laut Ive überhaupt nicht darum, dass sie nicht nur ein Design plagiieren, sondern Apple im Falle einer Kopie auch tausende Stunden Arbeit stehlen.

Apples Design-Guru im fünfseitigen Interview

Das gesamte Interview, das aus der Reihe “Makers” von der Sunday Times stammt, findet sich entweder auf der Seite der britischen Zeitung, ist allerdings kostenpflichtig, oder aber kostenfrei im digitalen Reprint vom TIME Magazine. In jedem Fall ist das Interview mit Apples Chef-Designer eine aufschlussreiche Lektüre und spricht Bände über den Designprozess im Hause Apple.

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