Wie sicher ist der Fingerabdruck im iPhone 5S?

Datum: Autor: Sebastian Kategorie: iPhoneTAGS:  , , , ,

Der NSA-Skandal hat das Vertrauen der Bürger, nicht nur in Deutschland, in staatliche Geheimdienste zutiefst erschüttert. Sicherheitsmaßnahmen, bei denen es um persönliche und vertrauliche Daten geht, werden nun in einem anderen Licht betrachtet. Da kommt die Meldung, dass Apple im iPhone 5S einen Fingerabdruckscanner verbaut hat gerade recht – zumindest den Kritikern. Wie sicher ist das System um den Fingerabdruck also tatsächlich?

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Den Finger am Puls der Zeit: Sicherheit im iPhone 5S

Der Mechanismus soll ein Relikt vergangener Tage ersetzen: Während die Android-Geräte das recht fixe Swipe-System zum Entsperren des Telefons benutzen, setzte Apple bisher ganz klassisch auf einen vierstelligen Zahlencode. Der war im Zweifelsfall bei bestimmten Personen durchaus zu knacken, Zahlenkombinationen sind eben oft einfache Lösungen wie Geburtstage oder andere wichtige Daten. Hinzu kommt, dass das iPhone 5 in Metropolen wie New York statistisch gesehen zu den meistgestohlenen elektronischen Geräten gehörte. Dass das iPhone 5S sicherer und gleichzeitig nutzerfreundlicher werden sollte, war also eine dringend notwendige Veränderung.

Da liegt der Fingerabdruck durchaus nahe, Apple hatte schon im Frühjahr die notwendigen Patente erworben, um leistungsfähige Scanner in ein flaches Telefon einbauen zu können. Der Scanner funktioniert im Übrigen wie ein üblicher Fingerabdruckscanner: Er analysiert die Linien und Anomalien des Fingerabdrucks und kann dank der hohen Auflösung Abdrücke sehr genau speichern. Der Sensorring um den Home Button bemerkt, wenn ein Finger aufliegt, anschließend wird durch das Saphirglas gescannt. Das Saphirglas gewährleistet, dass der Scanner nicht verkratzt. Touch ID, die Software-Lösung dahinter, gleicht den Fingerabdruck daraufhin mit den bereits im System registrierten Abdrücken ab. Besonderer Bonus: Dank des runden Home Button ist die Ausrichtung des Fingers gleichgültig, außerdem können auch zusätzliche Nutzer registriert werden.

Über Touch ID kann nicht nur das Telefon entsperrt werden, auch bei iTunes, im iBookstore und im App Store kann künftig mit dem Fingerabdruck eingekauft werden. So soll künftig nicht nur ein gestohlenes iPhone 5S diebstahlsicher sein, auch im Store kann künftig nur noch autorisiert eingekauft werden. Eine andere Frage ist allerdings der Datenschutz, schließlich könnte ein Fingerabdruckscanner auch genutzt werden, um Fingerabdrücke zu sammeln.

Welchen Zugriff bietet das iPhone 5S auf Fingerabdrücke?

Das allerdings soll nicht möglich sein. Die Fingerabdrücke werden nämlich nicht zentral in einer Datenbank gespeichert, sie werden auch nicht mit der Apple ID abgeglichen, sondern lediglich mit dem Telefon – das iPhone seinerseits wird ja wie bisher üblich auf eine kostenlose Apple ID registriert. Die Bilder des Fingerabdrucks werden als verschlüsselter Datensatz gespeichert, nicht als Bilddatei. Zugänglich sind die Datensätze ebenfalls nicht, weder Nutzer noch Apple selbst können auf gespeicherte Fingerabdrücke zugreifen, Apps haben überhaupt keine Rechte, sondern laufen – typisch für Apple – in ihrer Sandbox ab.

Ganz frei von Passwörtern und Macken ist auch Touch ID derzeit nicht. Wurde etwa das Telefon länger als 48 Stunden nicht entsperrt oder wird es neu gestartet, so wird wie bisher eine PIN fällig.

Zu den Macken gehört ein gewisse s Versagen des Dienstes. Sind die Finger nämlich nass oder verschwitzt, kann Touch ID schon einmal den Finger gar nicht erkennen. Auch Narben stellen wohl bisher noch ein Problem dar.

Sicherer als nur ein PIN ist das System aber alleine aufgrund der doppelten Identifizierung allemal. Außerdem werden die Daten nur im iPhone 5S gespeichert, nicht in der Cloud und das schützt zumindest einmal vor Hackerangriffen (oder dem zentralen Zugriff durch Geheimdienste).

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