iCloud-Daten fortan in China gespeichert

Datum: Autor: Sebastian Kategorie: AppleTAGS:  , , , ,

Cloud Computing wird nicht nur im mobilen Bereich, sondern auch im stationären Computing immer wichtiger. Für Apple nimmt die iCloud schon länger eine wichtige Funktion ein und die Sharing-Möglichkeiten sollen in iOS 8 und Yosemite noch weiter ausgebaut werden. Nun speichert Apple einen Teil seiner Daten auf chinesischen Servern der China Telecom. Das ist besonders deswegen pikant, weil die gelagerten Daten nach dem Recht der Länder, in denen sine gelagert werden, behandelt werden. Und China musste sich bereits mehrfach Vorwürfen der Spionage und Zensur stellen.

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Apple will Integrität der iCloud nicht gefährden

Die in der Cloud gelagerten Daten werden immer vielfältiger. Die Bequemlichkeit der Abgleichung und schnellere Uploadraten sorgen inzwischen dafür, dass längst nicht mehr nur noch Dokumente in der Cloud gespeichert werden, sonder auch Fotos, Videos, Adressen und E-Mails. Apple setzt dabei voll auf das Cloud-Computing, das nicht nur bei den neuen Betriebssystemen einen immer höheren Stellenwert bekommt, sondern Programme wie Apples Office Suite werden gezielt mit dem geteilten Cloud-Computing beworben.

Auf welchen Servern die Daten dabei gelagert werden, spielt in der Regel keine Rolle, bei rechtlichen Zugriffen auf die Daten kann dies aber sehr wohl relevant werden. Dienste wie Dropbox weisen explizit darauf hin, dass sie die gelagerten Daten an US-Behörden weiter leiten, auch Microsoft musste kürzlich die E-Mails eines Kunden an die US-Justizbehörde übergeben – gelagert wurden diese in Irland. Das Landesrecht nimmt also sehr wohl Einfluss darauf, wie mit den Daten verfahren wird.  Vor allem Cyberspionage wurde der chinesischen Regierung wiederholt vorgeworfen, die Zensur in China ist ein Thema, mit dem sich auch andere Internetgiganten beschäftigt haben. Google hatte erst kürzlich seine chinesischen Server nach Hongkong ausgelagert.

Dass Apple dennoch die Sicherheit seiner Daten gewährleisten kann, liegt an einem Verschlüsseslungssystem, mit dem die Daten auf den chinesischen Servern gelagert werden. Denn der Schlüssel wird außerhalb von China aufbewahrt, somit ist auch auf den Servern der China Telecom ausschließlich Apple in der Lage, die dort gespeicherten Daten einzulesen.

Die neue App Fotos setzt etwa ganz gezielt auf die Synchronisation sämtlicher auf den verschiedenen Geräten aufgenommenen Bildern. Vor allem aber dürfte der iCloud Drive im Fokus stehen, in dem fortan sämtliche Dokumente auf allen Geräten genutzt und sogar von mehreren Usern bearbeitet werden können. Das wird nicht nur am iPhone, iPad oder Mac funktionieren, sondern dank iWorks auch an Windows-PCs. Auch die Apps von Drittherstellern bekommen Zugriff auf den iCloud Drive und ermöglichen so nahtloses Arbeiten. Nur werden eben auch immer mehr Daten in der iCloud eingelagert.

iCloud nun in Apples größtem Wachstumsmarkt

Für Apple ist die Abwanderung nach China aber mehr als nur ein kleiner Dienst an den Kunden weltweit – vor allem macht man China mit der Einlagerung der iCloud auch ein großes Zugeständnis, denn für Apple wird der chinesische Markt immer lukrativer. Steigende Wohlstandsverhältnisse im Land der Mitte sorgen in Cupertino für klingelnde Kassen.

Alleine im zweiten Quartal dieses Jahres steigerte Apple seinen Umsatz in China um satte 28 Prozent. Damit kletterte der erwirtschaftete Umsatz um 5,9 Milliarden US-Dollar (von 37,4 Milliarden Dollar weltweit). Der Wachstumsmarkt China ist für Apple also von essentieller Bedeutung, wenn man gegen die Konkurrenz von Samsung, HTC und Co weiterhin im Rennen bleiben möchte.

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