Die Datensammlung der US-Behörden trifft auch Apple, Google und Co.

Datum: Autor: Sebastian Kategorie: AppleTAGS:  , , ,

Eigentlich dürfte kaum noch ein Nutzer überrascht sein, dass seine Daten nicht wirklich sicher sind. Was einmal im Internet gespeichert ist, wird von Großkonzernen wie Google, Yahoo, Facebook und Apple auch gerne benutzt, um die US-Behörden mit “wichtigen” Informationen zu versorgen.

Nun legt Apple einen Transparenz-Bericht vor, bei dem es gezielt um die Anfragen verschiedener (auch deutscher Behörden) geht und benutzt die Dokumentation, um den US-Behörden eins auszuwischen.

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Apple spielt mit dem Patriot Act

Das amerikanische Auslandsspionagegesetz und die verschärfte Datenüberwachung, die im amerikanischen “Patriot Act” den Behörden einen gewaltigen Spielraum bei der Sammlung auch empfindlicher Daten einräumen, werden von Geheimdiensten wie der NSA gerne benutzt, um ein riesiges Datenvolumen anzuhäufen und amerikanische Firmen zur Herausgabe von Nutzerdaten zu zwingen. Konkret geht es in Apples Transparenz-Bericht um behördliche Anfragen zu Geräteinformationen, Verbindungsdaten und Kommunikationen von Gerät zu Gerät.

Der Patriot Act legt sogar fest, dass Firmen keine Auskünfte über Anfragen erteilen dürfen, ausgerechnet Apple spielt nun aber mit dem auch in den USA umstrittenen Gesetz. In einem Bericht zu behördlichen Anfragen sagte der Konzern nun, dass es bisher keinerlei Anfragen nach dem US-Auslandsspionagegesetz gegeben habe und dass Apple sich diesen auch nach Abschnitt 215 des “Patriot Act” in Zukunft widersetzen werde. Alleine mit der Verneinung bereits erfolgter Anfragen bewegt Apple sich in einer Grauzone, sollte dieser Absatz demnächst aus künftigen Berichten gestrichen werden, dürften die Ursachen aber auf der Hand liegen.

Nicht nur nach dem Auslandsspionagegesetz fragen US-Behörden aber Nutzerdaten ab, auch andere Behörden haben ein Interesse an den Daten der User und das trifft auch Apple. Genaue Zahlen zu den Anfragen auf Nutzerkonten im ersten Halbjahr 2013 sind unbekannt (da genaue Zahlen nicht herausgegeben werden dürfen), Apple durfte lediglich eine Spanne angeben. So liegt die Zahl der Anfragen zwischen 1.000 bis 3.000. Nur in sehr seltenen Fällen, so Apple, mussten Fotos und E-Mails offen gelegt werden. Einspruch erhoben gegen die Dateneinforderung der Behörden hat Apple 0 bis 1.000 mal – auch hier darf Apple laut amerikanischem Gesetz keine genauen Daten preisgeben.

Auch deutsche Behörden gehören zu den Antragstellern und die Bundesrepublik befindet sich weltweit auf Rang vier, allerdings mit gerade einmal 93 Anfragen, auch Großbritannien (127 Anfragen) und Spanien (102 Anfragen) gaben sich eher bescheiden in ihren Zugriffen auf Kommunikationsdaten.

Das allerdings sind nach wie vor deutlich weniger Anfragen als etwa Google, Yahoo und Facebook sie erhielten. Apples Transparenz-Bericht kommentierte dies recht lässig damit, dass der High-Tech-Konzern eben nicht vom Sammeln von Nutzerdaten abhänge.

Apple erhält Behördenanfragen auf Diebesgut

Deutlich höher fällt dagegen die Zahl der Anträge zu den Geräten von Apple aus: Hier gab es aus den USA insgesamt 3.542 Anfragen, aus Deutschland 2.156 Anträge auf Herausgabe von Daten.

Hierbei gehe es jedoch nicht vorrangig darum, die Daten der Nutzer zu sammeln, sondern eher um das Auffinden gestohlener Geräte. Das iPhone zählt in den meisten Großstädten zu den meist gestohlenen Wertgegenständen und auch Geräte wie das iPad sind beliebtes Diebesgut.

Neben dem Transparenz-Bericht betonte Apple in dieser Woche noch einmal, dass die Daten auf ihren Geräten sicher seien. Vor allem der Fingerabdruck auf dem iPhone 5S werde lediglich auf dem internen Chip gespeichert und auch hier nur als codierter Datensatz. Auch die Nachrichten in iMessage, die von Endgerät zu Endgerät verschlüsselt werden, lese Apple nicht mit.

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