Das Apple iPad Pro als Grafiktablett

Datum: Autor: Mirco Kategorie: Apple, iPadTAGS:  , , , ,

Mit dem iPad Pro entfernt sich Apple ein Stück weit von der Idee reiner Mobilität hin zu einer Kombination aus großer Leistung und (wenn auch reduzierter) Mobilität. Dass das iPad Pro aber weit mehr ist als nur eine größere Version des ursprünglichen iPad und weniger auf Entertainment, als auf den Einsatz als Arbeitsgerät ausgelegt ist, zeigen die folgenden Ausführungen.

Der Einsatz des iPad Pro als Grafiktablett

Als Apple das erste iPad präsentierte hätte wohl keiner für möglich gehalten, dass Jahre später über den Einsatz von iPads im Grafikbereich gesprochen wird. Der Grund, weshalb diese Diskussion nun im Raum steht, ist vor allem mit einer Kehrtwendung in Apples Firmenpolitik zu erklären. Über Jahre hinweg galt der Einsatz eines Eingabestiftes für Tablets, wie ihn andere Hersteller schon seit Langem anbieten, als Sakrileg. Zwar konnten Stifte für das iPad über diverse Drittanbieter erworben werden, die Qualität und Arbeitsmöglichkeiten blieben jedoch beschränkt. Zum einen war das Display vergangener Modelle nicht für die Eingabe per Stift ausgelegt, zum anderen gab es nur wenige Apps, die einen Mehrnutzen für den Grafikbereich hätten bringen können. Mit dem iPad Pro ändert sich dies grundlegend. Nicht nur ist das Display auf den Einsatz mit einem Stift ausgelegt, auch das Angebot an verfügbaren Apps für grafische Arbeiten am iPad ist merklich angewachsen.

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Das iPad Pro als Grafiktablett
Bildquelle: Apple

Die Technik des iPad Pro 12,9 Zoll

Das iPad Pro verfügt über das bereits aus anderen iPad-Modellen bekannte Retina-Display mit einem extrem blickwinkelstabilen IPS-Panel. Dies ermöglicht eine realitätsnahe Darstellung von Farben bei gutem Kontrast. Anders als bei älteren iPad Versionen wurde dem iPad Pro 12,9 Zoll eine noch höhere Pixeldichte von 2732×2048 spendiert. Damit trägt man den größeren Ausmaßen des Displays Rechnung. Inhalte erscheinen gestochen scharf und dank der geringen Displayreflexionen lassen sich diese auch bei leichter Sonneneinstrahlung genießen.
Wie jedes iPad verfügt auch das iPad Pro über eingebaute Lautsprecher, die an jeder Ecke des Tablets angebracht sind. Das Klangbild ist dabei ausgewogener als z.B. beim iPad Mini, welches nur über einseitig verbaute Lautsprecher verfügt.
Betrieben wird das iPad Pro vom A9X Prozessor der neusten Generation, welcher höchste Leistung in allen Anwendungsbereichen verspricht, darunter sogar beim Bearbeiten von Videos in einer Auflösung von 4k.

Der Apple Pencil

Apple ergänzt das iPad Pro durch einen eigenen Eingabestift, dessen Qualität sich in diversen Praxistests erwiesen hat. So reagiert das Display nahezu verzögerungsfrei auf Eingaben. Dies ist vor allem damit zu erklären, dass eine sehr hohe Signaldichte zwischen Tablet und Eingabestift von 240 Abfragen pro Sekunde besteht. Zudem verfügt der Eingabestift über Neigungssensoren, die ein fehlerfreies Schreiben und Zeichnen aus verschiedenen Handneigungswinkeln ermöglichen sollen. Dies ermöglicht ein sehr flaches Ausrichten des Eingabestiftes, was insbesondere bei Zeichnungen positiv hervortritt. So lassen sich z.B. Schattierungen wie mit einem konventionellen Bleistift zeichnen.
Unter einem Verschluss am oberen Ende des Eingabestiftes verbirgt sich ein Anschluss, über den der Eingabestift nach beendeter Arbeit aufgeladen werden kann. Apple verspricht eine mögliche Arbeitszeit mit dem Eingabestift von 12 Stunden und passt sich somit an die Akkulaufzeit des Tablets selbst an.

Apps für den Grafikbereich

Bei Auslieferung umfasst das iPad traditionell nur einige wenige hauseigene Apps, die mit dem Eingabestift kompatibel sind. Dazu gehören u.a. die eigene E-Mail-App und die Notizen-App. Letztere unterstützt mittlerweile auch Zeichnungen, was dem Einsatz eines Eingabestiftes zugute kommt. Nichtsdestotrotz ist jeder, der mit dem iPad pro professionell arbeiten will, auf Apps von Drittanbietern angewiesen. Dazu stellt der App-Store eine Vielzahl zur Verfügung, welche mit dem Hinweis “Optimiert für den Apple Pencil” versehen sind. Auf zwei Beispiele soll im Folgenden eingegangen werden.

1.Astropad

Die von ehemaligen Apple-Ingenieren entwickelte App Astropad ist auf das Skizzieren, Zeichnen und Bearbeiten ausgelegt. Waren in der Vergangenheit für solche Arbeiten vor allem spezielle Grafiktabletts im Einsatz, so unternehmen die Entwickler nun einen Versuch, das iPad als professionelles Werkzeug im Bereich grafischer Arbeiten zu etablieren.

iPad App Astropad auf Mac und iPadPro
Bildquelle: Astropad

Die Besonderheit der App liegt darin, dass eine leichte und reibungslose Zusammenarbeit mit dem heimischen Mac versprochen wird. Dazu bedarf es der Installation der Astropad-App sowohl auf dem iPad als auch auf dem Mac. Die eigens dafür entwickelte Technik namens Liquid verspricht eine verzögerungsfreie Spiegelung auf dem iPad getätigter Zeichnungen auf den Bildschirm des Mac. Die Weiterverarbeitung von Zeichnungen und Skizzen auf dem Mac , z.B. mithilfe anderer Programme wie Photoshop oder Lightroom, verknüpft den Arbeitsbereich iPad mit dem Arbeitsbereich Mac. Innerhalb des Funktionsbereichs der iPad-App gibt es eine Vielzahl an Bearbeitungsmöglichkeiten. Der Fokus liegt auf dem Angebot an Zeichenwerkzeugen. Dazu gibt es am linken Rand der App eine Funktionsleiste, welche die Verbindung anzeigt. Im oberen Bereich der Funktionsleiste erhält man Zugang zum Zeichenmodus. Hier kann zwischen der Eingabe über Finger oder Eingabestift gewechselt werden. Über eine eingeblendete Funktionsleiste kann auch direkt während des Zeichnens eine Eingabe bequem per Tippen mit dem Eingabestift vollzogen oder widerrufen werden.

Zeichnung iPad Pro Astropad
Bildquelle: Astropad

Zeichnung iPad Pro Astropad
Bildquelle: Astropad

Zeichnung iPad Pro Astropad
Bildquelle: Astropad

Die iPad App ist über den App-Store für 19,99 Euro erhältlich. Die Version für den Mac kostet 49,99 Euro und kann über die Website erworben werden.

Video zur iPad App Astropad

2.Procreate

Diese App ist vor allem für das Zeichnen interessant. Sie verfügt über eine große Bandbreite an Möglichkeiten wie Airbrush, Acrylbild usw. Nutzer berichten von anfänglichen Einarbeitungsschwierigkeiten aber gleichzeitig hochwertigen Ergebnissen. Eine Besonderheit ist die Aufnahmefunktion der App. Auf diesem Weg kann das eigene Zeichnen aufgenommen und für eine spätere Analyse archiviert werden. Verglichen mit Astropad verfügt Procreate nicht über eine ausgefeilte Zusammenarbeit mit dem Mac, kann jedoch mit einem günstigen Preis überzeugen.

iPad App Procreate mit Farbauswahl

iPad App Procreate mit Aktionsauswahl

iPad App Procreate mit Stiftauswahl

Procreate kann über den App-Store für 5,99 Euro erworben werden.

Video Tutorial von Procreate auf dem iPad Pro

Fazit

Mit dem iPad Pro hat Apple einen wichtigen Schritt hin auf potentielle Kunden im Grafikbereich vollzogen. Die Kombination aus einem hervorragend auflösendem Display, starker Prozessorleistung und der Unterstützung von Eingabestiften machen das iPad Pro nun auch für den professionellen Einsatz im Grafikbereich interessant. Ob es professionelle Grafiktabletts zukünftig ablösen können wird, hängt auch von der Weiterentwicklung vielversprechender Programme von Drittanbietern zusammen und wird sich daher noch zeigen müssen.

Kommentare (2)

  • Ich finde die Entwicklung, die Apple hier vollzogen hat, sehr gut. Ich selbst habe ein iPad und zusätzlich ein günstiges Grafiktablett mit Basis-Funktionen. Für kleinere Bearbeitungen reicht das völlig aus und ich hätte mir im Grunde schon eine Komplettlösung im iPad gewünscht, um es auch als Grafiktablett nutzen zu können. Für die Mehrheit der Anwender wird das glaube ich völlig ausreichen und wer professionell im Grafikbereich arbeitet, hat ohnehin die Möglichkeit, sich zusätzlich die teureren Profi-Modelle zu kaufen.

    Antworten

    David

    |

  • Ich halt das auch für eine sehr sinnvolle Entwicklung.
    Auch in diesem Größenbereich von 12 Zoll ist das Arbeiten damit sicher gut möglich und generell halte ich den Einsatz von Stiftbedienung sowieso für eine angenehme Sache – nicht nur um es als Grafiktablett zu nutzen.

    Antworten

    Bernd

    |

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