Was Apple zu Apple macht – Interna über Apple University

Datum: Autor: Sebastian Kategorie: AppleTAGS:  , , ,

Die Einfachheit, mit der der Konzern Apple zu Werke geht, sucht in der High Tech-Branche ihresgleichen. Obwohl Samsung, Nokia und Google Apple das jährlich mehr Nutzeranteile streitig machen, gehen Analysten noch in diesem Jahr von einem 30prozentigen Wachstum der Apple Aktie aus. Apple hat eben das, was die Konkurrenz vergeblich sucht: Eine simple Markenidentität. Wie gut man in Cupertino darin ist, sich selbst als sich selbst zu vermarkten, zeigen einige Statements von Apple-Mitarbeitern. Diese haben erstmals über die Apple University gesprochen.

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Was ein Stier und ein Apfel gemeinsam haben

Die Apple University ist ein von Steve Jobs 2008 ins Leben gerufene Fortbildungsprogramm, mit dem Mitarbeiter die Firmenphilosophie ebenso pauken sollen, wie die Codiersprache. Als Vorbild nahm Jobs damals die Pixar University – ein gleichnamiges Programm der Trickfilmstudions Pixar (die ehemals Apple gehörten) -, auch der Fast Food Gigant McDonalds soll über ein ähnliches Fortbildungsprogramm verfügen. Joel Podolny, der derzeitige Dekan der Yale School of Management ist auch der Leiter der Apple University und einer der Vizepräsidenten in Cupertino.

Angestellte haben nun erstmals in einem Interview mit der New York Times über das interne Fortbildungsprogramm gesprochen und erzählten, was den Kern der Vortragsreihe ausmache: Die Einfachheit.

So wurde etwa eine Reihe von Zeichnungen von Pablo Picasso an der Apple University demonstriert. Der spanische Künstler zeichnete in der Folge „Le Taureau“ einen Stier, vereinfachte die Zeichnung vom naturalistischen Gemälde hinab immer weiter, bis einzig eine Stier aus wenigen Strichen übrig blieb. Und dennoch waren die Striche in ihrer Komposition eindeutig als Stier zu erkennen.

Drei Knöpfe reichen für Apple

Als prägnante Anekdote, was Apple von der Konkurrenz unterscheidet, gilt etwa ein in der Apple University unterrichteter Vergleich zwischen zwei Fernbedienungen. Während die Fernbedienung eines Google-Fernsehers über 78 Knöpfe verfügt, hat Apples kleine Remote lediglich drei Knöpfe und ein Bedienkreuz. Komplexität im Aufbau steht gegen Einfachheit im Design. Und dennoch wird kaum ein Kunde, der die Apple Remote mit dem Apple TV oder dem Mac benutzt, je Funktionen auf der Fernbedienung vermissen. Die Einfachheit der Bedienung macht seit jeher Apples Nimbus aus.

Steve Jobs und Jonathan Ive waren beide Vertreter der Bauhaus-Schule des Designs und versuchten, mit jeder weiteren Gerätegeneration eine noch einfachere Bedienung zu ermöglichen und das Design so schnörkellos und simpel wie möglich zu halten. Nach und nach verschwanden Tasten von den Trackpads, schon das erste iPhone verfügte nur über den Home Button und die Lautstärkeregelung.

Aber nicht nur das Design steht im Fokus der Apple University, auch die geschäftliche Ausrichtung der Firma und das Marketing sind feste Ziele auf dem Curriculum in Cupertino. So wurden etwa auch firmenhistorische Entscheidungen diskutiert, etwa die Öffnung von iTunes und vom iPod für Windows-Nutzer (und demnächst vielleicht bald für Android-User). Für das Marketing gilt dagegen die gleiche Strategie, mit der Apple auch seine Produkte fertigt: Am Ende muss der Nutzer mit einer klaren, simplen Botschaft Apples Produkt eindeutig verorten können.

Auch beim Lehrpersonal lässt Apple sich nicht lumpen und engagiert Gastredner und -dozenten von der amerikanischen Universitätselite. Lehrkräfte vom MIT sind ebenso vertreten wie Dozenten aus Harvard oder Yale. Dass Apple Apple bleibt, lässt man sich in Cupertino eben einiges kosten.

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