Apple vs. Samsung: Wenn Schüsse langsam nach hinten losgehen

Datum: Autor: Beni Kategorie: AppleTAGS:  , ,

Apple dachte wohl bisher, man sei unangreifbar. Schon den eigenen Kunden gegenüber war der Konzern bei Mängeln oft nicht bereit, diese zu beheben. Stattdessen hieß es schon mehrfach “dann sollen die Benutzer doch das Gerät anders halten” (geänderte Antenne beim iPhone 4 und der Lila-Stich beim Fotografieren mit dem iPhone 5). Anders ist wohl auch nicht die Aggressivität zu erklären, mit der Apple bislang vor die Gerichte zog, vornehmlich gegen Samsung. Zunächst waren im Internet auf diversen Seiten immer mehr Meinungen zu lesen, die den Eindruck vermittelten, dass Apple in der Gunst vieler Konsumenten zu sinken beginnt. Zunächst gab es dann auch noch einen spektakulären Sieg vor dem US-Gericht in San Jose. Doch nicht nur, dass wohl Entscheidungen der Jury fehlerhaft waren, es häuften sich in den letzten Wochen immer mehr Urteile, bei denen der Apple-Konzern klar als Verlierer herausgeht. So ist es nicht verwunderlich, dass nun auch in Großbritannien ein Urteil mit Folgen gegen das Unternehmen bestätigt wurde, selbst in San Jose dreht sich nun der Wind.

Apple muss Gewinne aufdecken

Vielleicht beruht das auf der Entscheidung des Berufungsgerichts in Washington. Dort bestätigte das Gericht die Aufhebung eines Verkaufsverbots gegen Samsung Endgeräte, ausgerufen von Richterin Koh in San Jose. In diesem Zusammenhang warf das Gericht in Washington der Richterin Lucy Koh ein Überschreiten ihrer Kompetenzen vor. Aufgrund der Schadensersatzforderungen wurde Apple von der Richterin zur Offenlegung der Gewinne gebeten, was der Konzern stets ablehnte. Koh erklärte nun, auch die von Apple eingebrachten Begründungen würden nicht ausreichen. Demnach hat das Unternehmen sich auf das Betriebsgeheimnis berufen. Das jedoch ist für Luxy Koh anscheinend nicht ausreichend, vielmehr bestätigte sie, dass Apple die vergangenen Gewinne offenlegen müsse, da dies im Interesse der Öffentlichkeit läge. Auch der Verweis, dass die Konkurrenz dieses Wissen gegen Apple nutzen könnte, half nichts. So musste Apple bereits zuvor seinen Gewinnmargen öffentlich machen. Demnach beträgt die Gewinnspanne bei iPhones bis zu 58 Prozent.

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In Großbritannien ist Apple aufgefordert, öffentlich zu erklären, dass Samsung kein Apple-Design kopiert habe

Währenddessen wurde in England ein Urteil durch den High Court bestätigt. Demnach wird Apple auferlegt, dass landesweit Anzeigen in Zeitungen geschaltet werden müssen. In den Anzeigen muss Apple erklären, dass Samsung das Design von Apple nicht kopiert habe. Die Richter verwiesen darauf, dass sie nicht der Meinung sind, dass ein rechteckiges Design mit abgerundeten Ecken eine Erfindung von Apple sein könne. Sicherlich ließen sich zahlreiche Produktbeispiele finden, wo dieses Design schon lange vor Apple genutzt wurde. Auch in Deutschland stehen noch Urteile aus, doch ließ das hier involvierte Landgericht bereits durchblicken, dass die Chancen ebenfalls nicht gut für Apple stünden. Das deutsche Gericht will aber zunächst die Beurteilung des Europäischen Markenamts in Spanien abwarten, dort hat Samsung eine Löschung des entsprechenden Geschmacksmusters beantragt. Auch aus der Wirtschaftswelt kritisieren Unternehmen ebenso wie unabhängige Experten immer mehr das Verhalten des amerikanischen IT-Konzerns. Dieser ganze Streit wirke sich negativ auf notwendige Innovation innerhalb der Branche aus. In einem Markt, der wie im Fall von Smartphones und Tablet-PCs im Umbruch sei, wirke sich das auf die Produktvielfalt und somit auf die Entscheidungsmöglichkeiten der Konsumenten aus.

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