Apple vs. HTC – und andere Anekdoten aus den Patentkriegen

Datum: Autor: Sebastian Kategorie: Apple, iPad, iPhoneTAGS:  , , , ,

Originalität ist eine Waffe. Zumindest in den richtigen Händen und ganz besondere beim heiß umkämpften Markt der Smartphones. Immerhin darf ein Konzern wie Apple sich nicht die Blöße geben, wenn es um den Schutz der eigenen Patente geht. Zumindest mit dem Konkurrenten HTC wurde nun aber eine Waffenruhe geschlossen.

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Patentkriege um das iPhone vor dem Ende?

Die Ursache der Patentstreitigkeiten liegt dabei bereits zwei Jahre zurück: Der Kern war der neue Touchscreen von HTCs Smartphone Nexus One, der eine ähnliche Implementierung von mehrfingrigen Gesten zuließ wie der Bildschirm des iPhones. Zu ähnlich für Apples Geschmack und in Sachen Architektur und Hardware warf man dem Hersteller HTC insgesamt 20 verschiedene Verletzungen des Patentrechts vor. Zumindest mit HTC, die in einem Gegenprozess Apple ebenfalls mehrfache Verletzungen des Patentrechtes vorwarfen, sind die Streitigkeiten beigelegt. In einer globalen Lizenzvereinbarung für die nächsten zehn Jahre einigten die beiden Konzerne sich auf die Nutzung der Patente und legten sämtliche noch laufenden Verfahren zu den Akten.

Steve Jobs rechtfertigte das schon immer rigide Vorgehen Apples damals noch mit dem Schutz der Apple-eigenen Technologien vor dem Diebstahl durch andere Firmen, doch unter dem neuen CEO Tim Cook hatte man sich mit HTC angenähert. Generell scheint sich eine neue Taktik abzuzeichnen. So ist Cooks Führungsstil etwas moderater und an der Spitze des Unternehmens zeigt er sich eher als kompromissbereiter Manager, denn als gnadenloser General. Auch mit dem Google-Chef Larry Page wolle Cook weiter über die Patentstreitigkeiten reden, um die vielen teuren Gerichtsverfahren mit der Android-Konkurrenz ein für alle Mal in die Firmenhistorie zu verbannen. Bis dahin scheint es aber noch ein langer Weg, vor allem mit der Konkurrenz durch den Konzern Samsung.

Immerhin liefert Apple sich nicht nur seit Jahr und Tag einen Patentstreit mit Samsung, sondern hat mit Samsung auch den einzigen ernsthaften Konkurrenten im Premium-Segment vor sich.

Apple und Samsung – Ohrfeigen in Großbritannien

Zumindest ein weiterer Grund für die nun moderatere Politik von Apple könnten auch die vielen Nadelstiche in England sein, die Apple auf gerichtliche Verordnung hin einstecken musste. Nachdem Apple auf der eigenen Website gerichtlich gezwungen wurde, sich öffentlich zu entschuldigen (es ging um die Ähnlichkeiten des Galaxy Tabs zum iPad), nutzte man auf der Homepage die Entschuldigung für eine wenig subtile Botschaft. Kern der Mitteilung: Die Samsung-Produkte seien, auch wenn ein Gericht das Design nicht als kopiert identifizieren mochte, einfach nicht so cool wie die Geräte von Apple.

Diese halbherzig trotzige Entschuldigung musste nun korrigiert werden und soll deutlich länger auf der Website verbleiben als ursprünglich angeordnet. Doch mit den Annäherungen zwischen Apple, HTC und Google scheint zumindest die Hoffnung zu bestehen, dass die verhärteten Fronten zwischen Samsung und Apple sich in den nächsten Monaten aufweichen könnten.

iPad-Uhren: Zeit für neue Patentverletzungen

Eine absurde Randnotiz enthalten die letzten Meldungen um die vielen Patentstreitigkeiten rund ums Hause Apple allerdings allemal: Denn neben einigen anderen Patentrechtsverletzungen muss Apple nun wohl 16,5 Millionen Euro an das Schweizer Bahnunternehmen SBB bezahlen. Was nach einem Scherz klingt, hat seinen Ursprung im Design der Uhren für das iPad. Das zeitlos schwarz-weiße Design orientiere sich zu sehr am Aussehen der 1944 entworfenen Bahnhofsuhren.

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