Apple und iCloud in Nacktfotoskandal verwickelt

Datum: Autor: Sebastian Kategorie: AppleTAGS:  , , , ,

Für die betroffenen Promis ist es ein herber Verlust von Privatsphäre und für Apple ein schwerer Einschnitt in das Vertrauensverhältnis seiner Kunden. Nachdem im Internet Nacktbilder von Jennifer Lawrence, Kate Upton und anderen Promis aufgetaucht sind, scheint Apple sich ernsthaft in der Bredouille zu befinden. Denn die Bilder stammen mutmaßlich aus der iCloud und wurden dort gespeichert.

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Apple schließt vorgebliche Sicherheitslücke

Nacktbilder von insgesamt über 100 Prominenten wurden im Internet veröffentlicht, darunter Fotos der Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence, von Model Kate Upton oder der Kinderstars Selena Gomez und Ariana Grande. Während einige betroffenen Schauspielerinnen wie Lawrence die Echtheit der Bilder bestätigt haben, streiten andere wie Nickelodeon-Star Victoria Justice die Authentizität der Fotos ab. In jedem Fall scheint die Ursache für das Auftauchen der Fotos eine massive Sicherheitslücke in der iCloud zu sein.

Die Fotos von iOS-Geräten werden automatisch mit der Cloud synchronisiert und unbekannte Hacker hatten sich vorgeblich Zugriff auf die Accounts mehrerer Stars verschafft.

Genauere Informationen, wie es zu dem Hack kam, liegen derzeit noch nicht vor, der Programmierer hinter dem Tool iBrute meine jedoch, dass seine Software hinter dem Angriff stecken könne. Diese nutzt eine Sicherheitslücke in der iCloud aus, bei der mit Brute-Force die Passwörter geknackt werden. Hierzu können beliebig viele Passwortkombinationen für eine E-Mail-Adresse vom Computer des Hackers aus durchprobiert werden, bis schlussendlich die richtige gefunden ist. Diese Sicherheitslücke ist nun von Apple ausgemerzt, so der Konzern. Mehrere User konnten bereits bestätigen, dass Brute-Force-Angriffe auch ihnen selbst keinen Zugriff auf ihr Konto mehr ermöglichten.

Natalie Kerris, Sprecherin von Apple, betonte im Interview erneut, dass man sich sehr sorgfältig um die Privatsphäre der Nutzer kümmere.

Einen Hack auf die iCloud sieht Apple indes als deutlich unwahrscheinlicher als einen Hack der Accounts an. Der Zugriff auf Passwörter über fingierte Mails, Nachrichten und Web-Formulare erscheint deutlich einfacher und plausibler als ein Hacken der iCloud ohne eindeutige Bekenner.

FBI ermittelt in Apples Sicherheitslücke

Nicht nur für Apple ist der Vorfall peinlich, auch für die Hacker könnte der Eingriff in die Privatsphäre der Stars noch richtig übel enden, denn mehrere Betroffene hatten bereits juristische Schritte angekündigt und auch die amerikanische Bundespolizei FBI ermittelt nun, wie es zu dem Cyberangriff kommen konnte und wer die Verantwortlichen sind. Gemeinsam mit dem FBI versucht Apple nun auch, den Schaden (nicht nur für die Nutzer) möglichst gering zu halten. Denn mit der Vorstellung des iPhone 6 in wenigen Tagen und dem Fokus auf Online-Features wie Cloud-Computing könnte die Attacke auf die iCloud kaum zu einem ungünstigeren Zeitpunkt kommen. Selbst der Höhenflug der Aktie, der mit der nächsten Produktvorstellung noch zusätzlichen Rückenwind erhalten sollte, scheint nun gefährdet.

Trotz steigender Sicherheitsvorkehrungen im Cloud-Computing gilt also nach wie vor (nicht nur für Stars) die Devise, dass private Daten besser nicht online gespeichert werden.

Nachdem Apple in der Vergangenheit die Bedenken um die Privatsphäre und Sicherheit immer wieder mit Leichtigkeit vom Tisch wischen konnte, muss wohl auch der Konzern aus Cupertino nun feststellen, dass es deutlich leichter ist, Vertrauen zu gewinnen als es zurückzugewinnen.

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