Apple und Google – Jetzt arbeiten sie zusammen

Datum: Autor: Sebastian Kategorie: AppleTAGS:  , , ,

Nach einer ungewöhnlichen Meldung werden wohl die Patente vom Fotoriesen Kodak an ein Bieterpärchen unter den Hammer gehen. Die japanische Firma wird einen Teil ihres Patentportfolios verkaufen und unter den Bietenden gibt es eine ungewöhnliche Allianz – Apple und Google schließen sich zusammen, um die Patente auch sicher ersteigern zu können.

Zwar haben Apple und Google gerade vor einigen Wochen erklärt, dass sie ihre eigenen Patentprozesse am liebsten gleich beenden wollen – schließlich verschlängen diese nicht nur Geld. sondern auch Zeit -, doch diese seltsame Allianz ist nun doch eher überraschend.

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Zweisam bieten, statt einsam scheitern – Warum Apple und Google sich brauchen

Dabei ist die Taktik, dass sich Konkurrenten zusammenschließen, um bei einem Patentausverkauf Rechte zu ersteigern, gar nicht so ungewöhnlich. Bereits in der Vergangenheit gab es gemeinsam mit Apple eher ungewöhnliche Allianzen. So wurden die Patente des kanadischen Telekommunikationsunternehmens Nortel dereinst etwa an ein Konglomerat aus Apple, Microsoft und RIM (den Hersteller des Blackberry) versteigert. Die erworbenen Patente teilten die Firmen anschließend untereinander auf.

Und auch die gemeinsame Initiative von Apple und Google dürfte wohl eher dazu dienen, spätere Patentprozesse zu vermeiden. Einmal ganz davon abgesehen, dass beide Konzerne so nicht gegenseitig den Preis für Kodaks Portfolio in die Höhe treiben. Immerhin geht es auch in Zusammenarbeit um 500 Millionen US-Dollar, im Sommer hatten beide Konzerne noch separat um die Patente geboten.

Auch in ihren getrennten Anstrengungen bestanden beide Parteien aber jeweils aus Zusammenschlüssen: So fanden sich etwa Microsoft und Intellectual Ventures Management auf Apples Seite, Googles Bietergruppe bestand unter Anderen aus RPX (einem ihrer asiatischen Hardwarehersteller).

Kodaks Patentausverkauf – Was Apple ersteigern will

Der Fotokonzern Kodak dürfte zumindest älteren Generationen noch als einer der großen Hersteller von analogem 35mm-Film bekannt sein, versuchte sein finanzielles Glück zuletzt vorrangig mit Fotodruckern und kleineren Digitalkameras und musste im Januar diesen Jahres Insolvenz anmelden. Infolge der Insolvenz sind die Patente, die Kodak hält zum Verkauf freigegeben worden.

Es geht hierbei um 1.100 Patente aus dem gesamten Patentportfolio der Firma Kodak.

Interessanterweise geht es hierbei auch um vier Patente, wegen derer Kodak bereits im Jahre 2010 gegen Apple vor Gericht gezogen ist. Die eingenommenen Millionen möchte Kodak nutzen, um den maroden Konzern neu auszurichten. Bereits 2011, also noch vor der Insolvenzmeldung, soll Kodak bereits daran interessiert gewesen sein, einen kleinen Teil ihres Patentportfolios zu verkaufen. Und auch damals fanden sich schon jene Patente darunter, um die Kodak und Apple vor Gericht stritten.

Vielleicht entspringt der Sinneswandel, jetzt 1.100 Patente zu verkaufen auch einer Gegenklage Apples, die bereits im Sommer diesen Jahres geplant war. Denn mit einer solchen Klage hätte Apple auch die Neuausrichtung Kodaks noch blockieren können.

Patente kaufen statt klagen

Ganz unüblich ist die Taktik, Konzerne wegen ihrer Patente statt ihrer Produkte zu kaufen, übrigens nicht. So kaufte Google etwa im letzten Jahr Motorola und auch wenn es seitdem einige Android-Smartphones aus dem Hause Motorola gab, so waren die Gründe hinter dem Kauf eher auf Motorolas Patente zurückzuführen.

Im Falle Kodak bleibt zumindest zu hoffen, dass die fragile Allianz zwischen Apple und Google nicht sofort wieder in neue Prozesse um Patente auseinander bricht, denn davon gibt es wahrlich schon genug Meldungen.

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