Apple scheitert im Streit um E-Books

Datum: Autor: Sebastian Kategorie: AppleTAGS:  , , , ,

Eigentlich war Apples Idee nicht so abwegig, wie sie von der US-Justiz dargestellt wird: Die größten Verlage einigen sich auf einen Preis beim Verkauf von E-Books, dadurch kann ein fairer Wettbewerb gewährleistet werden. In Deutschland gibt es mit der Buchpreisbindung ohnehin ein ähnliches System, Ziel von Apples Preisabsprache war es lediglich, Amazon die Monopolstellung zu nehmen. Mit seinem E-Book-Reader Kindle konnte Amazon in den letzten Jahren die Konkurrenz nämlich fast gänzlich ausschalten.

In den USA scheiterte Apple aber gerichtlich mit den Preisabsprachen und während die Verlage vor Gericht klein beigaben, befindet sich Apple noch in einem andauernden Rechtsstreit. Musste nun aber eine erneute Schlappe hinnehmen.

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Apple scheitert mit E-Book-Klage vor Bezirksgericht

Im Bezug auf die Kartellklage des US-Justizministeriums scheiterte Apple nun mit einer Berufungsklage vor dem Bundesbezirksgericht. In der Argumentation der Klageschrift stellt Apple in Frage, dass der Staat klageberechtigt sei, um die Preisabsprachen zu unterbinden. Auch die Rechtmäßigkeit der geforderten Entschädigung stellt Apple in Frage.

Die Richterin Denise Cote wies die Klage jedoch zurück und ermahnte Apple, eine in sich widersprüchliche Klage vor Gericht gebracht zu haben. Sonderbarer Weise störte die Richterin sich aber nicht nur an Apples Zielen, ein Agenturmodell mit den Verlagen aufzubauen oder mit mehreren Verlagen gleichzeitig zu verhandelnd, sondern störte sich vor allem am methodischen Vorgehen. Bereits im Frühjahr 2010 begann Apple, mit den Verlagen ein neues Modell zur Veröffentlichung von E-Books zu erarbeiten.

Seit 2012 befindet sich die Angelegenheit nun vor Gericht: Hierbei geht es vornehmlich um illegale Preisabsprachen zwischen Apple und fünf der sechs größten Verlagshäuser in den USA. Die Verlage wagten es nicht, gegen die US-Regierung vor Gericht zu ziehen und einigten sich auf einen Vergleich, während Apple lieber in den Gerichtssaal zog.

Das Urteil der Berufungsklage dürfte für Apple auch finanzielle Konsequenzen haben. Denn die ursprünglich 280 Millionen Dollar Schadensersatz könnten im nächsten Schritt verdreifacht werden. In 33 Bundesstaaten kann der Fall erneut vor Gericht gehen, um noch weiteren Schadensersatz zu fordern.

Leichte Besserung stellte sich aber wohl bei anderen Auflagen des ursprünglichen Urteils ein, so sieht Kartellwächter Michael Bromwich eine Besserung in Apples Verhalten gegenüber seinem Team – man versuche nun nicht mehr, ihn um jeden Preis loszuwerden. Auch die Erfüllung der Wettbewerbsauflagen gehe voran.

US-Justiz sieht Verschwörung in Apples Buchpreisbindung

Etwas zwiespältig ist die Klage des US-Justizministeriums aber in jedem Fall. Denn der amerikanische Staat klagt just deswegen, weil er die Käufer und damit den Wettbewerb gefährdet sieht, wenn die Verlage die Preise bestimmen – statt den Wettbewerb bestimmen zu lassen. Allerdings räumt die Klage damit den Weg für den mächtigsten Anbieter frei und das ist bei E-Books ohne Frage Amazon. Das Lesen auf dem iPad oder auf Android-Tablets ist schlichtweg nicht attraktiv genug, um ernsthafte Konkurrenz darzustellen. Mit dem Kindle kann Amazon alleine quantitativ Massen an E-Books absetzen, von denen die Konkurrenz nur träumen kann. Auch renommierte Buchhandlungen wie Barnes & Noble scheiterten mit ihren Readern zuletzt an der übermächtigen Konkurrenz des Versandhausriesen. Apple konnte zumindest einen faireren Schlagabtausch zwischen den Plattformen gewährleisten, da die Kunden für dasselbe Buch den selben Preis zahlten, gleichgültig auf welchem Gerät sie lasen.

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