Apple, Samsung und Patente

Datum: Autor: Sebastian Kategorie: AppleTAGS:  , , ,

Apple und Samsung gehören nicht nur in den Händen ihrer User, sondern auch vor den Gerichten zu den schärfsten Konkurrenten. Nun rüstet Samsung sich für die nächste Runde der Patentstreitigkeiten, indem man eine Allianz mit dem IT-Riesen Cisco über gegenseitigen Zugriff auf verschiedene Technologien schloss, während Apple sich vor einem deutschen Gericht gegen IPCom verteidigen muss. Der Streitwert liegt bei etwa 1,6 Milliarden Euro und bei dem Patent geht es ausgerechnet um Notrufe.

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Apple im Kreuzfeuer deutscher Patentkläger

Das Landgericht in Mannheim hatte sich des Falles der IPCom GmbH gegen Apple angenommen, laut Klageschrift wirft IPCom Apple eine Verletzung der eigenen Patente bei einer Technologie zum Absetzen von Notrufen vor. Beim beschriebenen Patent geht es um die Absetzung von Notrufen, diese erhielten gegenüber normalen Gesprächen eine erhöhte Priorität – das ursprüngliche Patent lag bei Bosch, wurde jedoch 2007 von IPCom erworben. Dass die Klage jetzt erst eingereicht wurde, liegt an der durchaus streitbaren Natur des Patentes. Erst als einige Mobilfunkhersteller mit ihren Klagen zur Anfechtung des Patents von IPCom vor dem Europäischen Patentamt gescheitert waren, wagte sich IPCom nun gegen Apple vor.

Kern des Patentes ist der Zugriff auf verschiedene Mobilfunknetze (unabhängig vom Anbieter), um bei einem Notruf die bestmöglichen Chancen auf eine Verbindung zu erreichen.

Dass selbst technikinteressierte Menschen mit der Firma IPCom und deren Feldzug gegen Apple kaum etwas anfangen können, liegt an der Natur der IPCom GmbH. Es handelt sich bei der deutschen Gesellschaft nämlich um ein finanz-, nicht technikorientiertes, Unternehmen, das sein Geld mit dem Kauf von Patenten und den daraus entfallenden Lizenzgebühren verdient.

An Apples anderer Front im andauernden Patentkrieg steht weiterhin Samsung mit breiter Brust. Nachdem sich der südkoreanische Hersteller der Galaxy-Telefone bereits Googles Netzwerkausrüster Ericsson (vormals vor allem wegen der Kooperation mit Sony bekannt) auf einen gegenseitigen Zugriff auf Technologien und Patente einigte, erzielte man nun auch einen Deal mit Cisco. Hierbei geht es vornehmlich um vernetzte Haushalte, einer der größten Zukunftstechnologien des Betriebssystems Android. Während Apple also weiter an der engeren Zusammenarbeit tragbarer Geräte (siehe iPhone und iWatch) arbeitet, versucht Samsung offensichtlich stärker, den vernetzten Haushalt aus Kühlschrank, Waschmaschine und Trockner auf Android vorwärts zu treiben.

Bis zum 17. Februar haben Apple und Samsung nun noch Zeit, in außergerichtlichen Verhandlungen eine Einigung zu erzielen. Wie ernst beide Konzerne die Verhandlungen allerdings nehmen, ist allerdings fraglich. Bisher blieben mehrere Verhandlungsrunden erfolglos und offenbar gefallen beide Konzerne sich in der Rolle des Diebstahlopfers, inklusive saftiger Entschädigungen.

Apple und Samsung machen Streiten olympisch

Eine neue Stufe des Konflikts hat nun Samsung erreicht, die Apple auch bei den olympischen Spielen 2014 einen Strich durch die Marketingrechnung machen. Denn für Apple werden die Spiele keine gute Werbeplattform: Das IOC hat den Sportlern verboten, Werbung für Hersteller zu machen, die nicht offiziell auf der Liste der Sponsoren stehen.

Dies ist in der Olympischen Satzung vereinbart und der müssen teilnehmende Athleten zustimmen. Samsung hat als offizieller Sponsor vereinbart, dass die Sportler während der Feierlichkeiten und der Olympischen Wettbewerbe in Sotschi das Apfel-Logo ihrer Apple-Produkte abkleben müssen. Sicherlich nur ein kleiner Dorn in der Löwenpfote aus Cupertino, aber der olympische Zwist fügt sich nahtlos in die Streitereien beider Konzerne ein.

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