Beschwerde gegen Google wegen Wettbewerbsverzehrung

Datum: Autor: Beni Kategorie: AndroidTAGS:  , ,

Die Organisation FairSearch.org hat bei den Kartellwächtern in Brüssel Beschwerde gegen Google wegen seiner Marktdominanz vom Smartphone und Tablet Betriebssystem Android eingelegt. Interessant daran ist der Umstand, dass sich hinter FairSearch.org Unternehmen wie Microsoft, Nokia oder Expedia und TripAdvisor verbergen. So vergleicht FairSearch.org Android mit einem trojanischen Pferd.

Google läßt keinen Wettbewerbsraum für andere Anbieter

Der Widerstand gegen Googles Mobile Betriebssystem Android formiert sich erneut. Nun haben mit FairSearch.org Unternehmen mit großen Namen im Internet Beschwerde bei der entsprechenden EU-Kommission in Brüssel eingelegt. Thomas Vinje, Sprecher von FairSearch, erklärte dazu, dass Google Android wie ein trojanisches Pferd nutze. Die Software würde frei angeboten, allerdings müssen Gerätehersteller ganze Pakete von Google Dienstleistungen mit installieren, wenn sie Services wie Youtube oder Google Maps auf Smartphones und Tablet-PCs anbieten wollen. Das würde den Wettbewerb stark verzerren, denn Google festige so seine beherrschende Position und Dienstleistungen von anderen Anbietern würden erst gar nicht mehr installiert werden – weder von den Geräteherstellern noch von den Usern.

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Googles kostenloses Android lässt keinen Platz für kommerzielle Software

Das sei bei einem Marktanteil von 70 Prozent stark wettbewerbsverzerrend. Schon alleine die Tatsache, dass das Betriebssystem Android IT-Herstellern kostenlos angeboten werde, sei nicht hinnehmbar. Andere Unternehmen, die ähnliche Software anbieten wollen, würden so überhaupt nicht mehr in den Wettbewerb gelangen, denn schließlich könnten die Entwicklungskosten nicht mehr aufgefangen werden – da sich niemand für kostenpflichtige Software entscheiden würde und lieber auf Googles kostenloses Android zurückgreife. Dem steht jedoch gegenüber, dass Google immer wieder an Unternehmen appelliert, Android ihren Bedürfnissen entsprechend zu gestalten. So konnten wir das auch derzeit mit Facebook Home erleben. Gerade in Zusammenhang mit der Google Dominanz ist es daher sicherlich interessant, wie sich Google in der Zukunft Facebook gegenüber verhalten wird, da Home nun den Startbildschirm dominiert.

Ehemaliger Monopolist Microsoft als Beschwerdeführer von FairSearch.org

Die EU-Kommission in Brüssel wollte unterdessen bislang einzig den Eingang der Beschwerde bestätigen. Das liegt wohl auch daran, dass Google sowieso schon intensiver überprüft wird derzeit. Die Wettbewerbswächter der Europäischen Union halten Google aktuell vor, dass die Suchmaschinensuche über den Desktop-Internetzugang aktuell zu stark auf Google Dienste fokussiere. Brüssel wolle daher eine bessere Kennzeichnung von Google-eigenen Diensten erreichen. Fast schon seltsam mutet bei der neuen Beschwerde gegen das mobile Betriebssystem an, dass mit Microsoft ein Beschwerdeführer mit an Bord von FairSearch.org ist, dem über viele Jahre selbst eben solche Vorwürfe entgegen schallten. So wurde Microsoft von der EU-Kommission sogar zu einem Rekord-Bußgeld von über 560 Millionen Euro verdonnert, weil unter Windows 7 ausschließlich der hauseigene Browser Internet Explorer, nicht aber alternative Konkurrenzprodukte angeboten wurden. Ein ähnliches Verfahren gegen Google in den USA wie nun der Europäischen Union wurde erst vor kurzer Zeit eingestellt.

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