Smartphone-Boom: Microsoft reibt sich den Schlaf aus den Augen

Datum: Autor: Pacco Kategorie: Aktuelle Themen, HTC, LG, Samsung

Nachdem Microsoft den Smartphone-Boom bisher gründlich verpennt hat, wurden jetzt die ersten Handies mit Microsofts nagelneuem mobilen Betriebssystem Windows Phone 7 präsentiert. Mit Phone 7 will Microsoft zu den weit vorauseilenden Konkurrenten Symbian, iOS und Android aufschließen, nachdem der völlig veraltete Vorgänger Windows Mobile eingemottet wurde.
Zu den Partnern, mit denen Microsoft Marktanteile bei den Smartphones zurückerobern will, gehören LG, HTC, Dell und Samsung. Deren Geräte sind nun über die in Deutschland aktiven Mobilfunk-Provider Telekom, Vodafone, O2 und Eplus erhältlich.
Die Varianz zwischen den Geräten der verschiedenen Hersteller ist nicht besonders groß, da Phone 7 nicht viel Spielraum bei der Ausgestaltung der Hardware lässt. Die meisten der neuen Geräte arbeiten mit einem Touchscreen mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixeln und mit einem ARM-Prozessor, der auf 1 GHz getaktet ist. Die obligatorische Kamera bekommt einen Blitz zur Seite gestellt und location based services werden über GPS und einen Kompass gefüttert. Für andere praktische Anwendungen steht ein Beschleinigungssensor zur Verfügung. Die Speicherkapazitäten liegen mit mindestens 8 GByte Flash- und 256 MByte Hauptspeicher im üblichen Durchschnitt. Keines der Geräte hat eine Hardware-Tastatur.
Mühsam baut Microsoft nun die Strukturen der erfolgreichen Pioniere im Mobile Computing nach. So wird der bisher nur in den USA zugängliche Multimedia-Dienst Zune auch für den Rest der Welt geöffnet. Hier sollen dann Musik, Videos und, zu Beginn, circa 1000 Apps zum Download bereitstehen.
Mit den sogenannten “Hubs”, die sich innerhalb Phone 7 platzieren lassen, versucht Microsoft der Smartphone-Benutzung seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Hier handelt es sich um eine Kreuzung zwischen normalem Button zum Start einer Applikation und einem Widget, das Informationen direkt anzeigt.
Ein amüsantes Faktum legt den Verdacht nahe, dass Microsoft seinem Konkurrenten Apple mit seinem iPhone 4 bis ins kleinste Detail nacheifert. Ganz genau wie in den ersten Versionen von iOS, erlaubt Phone 7 bis zu einem späteren Patch noch kein Copy-Paste.
Gewisse Stärken wird Phone 7 naturgemäß in stark Microsoft-geprägten Unternehmensumgebungen ausspielen können. So ist zu erwarten, dass Microsofts neuer Spross sich nahtlos in Exchange Server-Infrastrukturen einfügt, um optimale Datensynchronisation zu erlauben. In solchen Umgebungen wird Phone 7 wohl die erste Wahl als Smartphone-Betriebssystem darstellen.
Microsoft kämpft aber nicht nur mit seinen Produkten, sondern auch außerhalb des Rings mit harten Bandagen um jeden Centimeter Boden, der Gegenüber der Konkurrenz gut zu machen ist. So nutzt der Software-Riese das Patentrecht, um Mitbewerber zu behindern. Entweder, indem Klagen wegen Patentrechtsverletzungen angestrengt oder Patente aufgekauft werden.

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