Auch Microsoft sammelt gegen den Willen des Nutzers ortsbezogene Daten

Datum: Autor: Pacco Kategorie: Aktuelle Themen, Netzwerk, WLan

Microsoft wird mit der Anschuldigung verklagt, dass Smartphones, die mit Windows-Software laufen, ortsbezogene Daten sogar dann an Microsoft schicken, wenn der Besitzer die Erlaubnis für das Senden dieser Daten abgelehnt hat. Genauer geht es hier um eine Kamera-Applikation, die laut der Unterlagen zum Gerichtsverfahren, Informationen zum Aufenthaltsort sammelt und sie an Microsoft-Server überträgt. Die App setzt das Senden dieser Informationen sogar dann noch fort, wenn der Nutzer “Abbrechen” auf die Frage “Der Kamera erlauben den Aufenthaltsort zu verwenden?” antwortet.
Kurz nachdem die Klage eingereicht war, postete Microsoft ein Update auf der FAQ-Seite “Windows Phone Location and my privacy”. Sinngemäß teilte das Unternehmen mit, dass Microsoft kürzlich erfahren hätte, dass das Smartphone, sobald der Nutzer die Kamera auf einem Windows Phone verwendet, Daten über nahegelegene Mobilfunkmasten und Wlan-Hotspots an Microsofts Datenbank zur Ortsbestimmung schicke. Weiterhin verspricht das Unternehmen “diesem Vorwurf nachzugehen”.
Offensichtlich untersucht Microsoft diesen Sachverhalt immer noch. Die Mitteilung wurde bisher nämlich nicht verändert.
Das Sammeln der ortsbezogenen Daten straft auch die Versicherungen über Windows Phone 7 dieses Jahr gegenüber dem US-Repräsentantenhaus lügen: “Microsoft sammelt keine Informationen, um den ungefähren Aufenthaltsort eines Geräts zu bestimmen, außer der Nutzer hat einer Applikation ausdrücklich erlaubt ortsbezogene Daten zu sammeln.”
Inzwischen wurden die Vorwürfe von verschiedenen Blogs in eigenen Tests nachvollzogen. Schließlich ist es verhältnismäßig einfach zu tracken was über eine eigene Wlan-Verbindung läuft, über die ein Windows Phone 7 sendet. Damit ist bewiesen, dass die Kamera-Applikation wirklich spezifische ortsbezogene Informationen an Microsoft-Server schickt, auch wenn diese Funktion eigentlich abgeschaltet worden war.
Man könnte Microsoft noch zu Gute halten, dass diese Informationen zwar gesendet, aber vielleicht auf der Server-Seite nicht gespeichert werden. Aber erstens ist das schwer zu glauben und zweitens widerspricht schon das reine Senden dem, was Microsoft nicht nur seinen Kunden, sondern auch dem US-Repräsentantenhaus versprochen hat.
Es bleibt abzuwarten wie der Prozess ausgeht.

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